Kunst

Ovationen für "Lohengrin"-Premiere in Erl

Mit frenetischem Beifall hat das Publikum am Freitagabend die Premiere von Richard Wagners "Lohengrin" bei den 15. Tiroler Festspielen Erl gefeiert.

Ovationen für "Lohengrin"-Premiere in Erl SN/apa (tiroler festspiele erl/tom benz)
Das Publikum war begeister.

Im Mittelpunkt der werktreuen Inszenierung von Festivalleiter Gustav Kuhn (Musikalische Leitung, Regie und Dirigat) standen durchwegs grandiose Sängerleistungen und ein hochkonzentriert und beherzt aufspielendes Festspielorchester. Einen in allen Punkten herausragenden Lohengrin gab Ales Briscein, Susanne Geb und Mona Somm brillierten als Elsa und Ortrud. Mit dem "Lohengrin" schließt Kuhn den 2010 mit dem "Fliegenden Holländer" begonnenen und im vergangenen Jahr mit dem "Tannhäuser" fortgesetzten Zyklus der "frühen" Wagner-Opern ab. Wie bereits die beiden vorangegangenen Inszenierungen zeichnet sich auch Wagners "romantischste" Oper in Kuhns Deutung durch den Primat der Musik und das Fehlen modernisierender Deuteleien aus.

Die Suche nach Erlösung, die in Enttäuschung und Verlassenheit endet, ist berührend in Szene gesetzt. Als einziges Manko kann allenfalls die über weite Strecken vorherrschende Statik auf der Bühne ausgemacht werden, die schon fast an eine konzertante Aufführung denken lässt.

Erhärtet wird dieser Eindruck durch die mit zwei Holzpodesten und einem Graben spartanisch ausfallende Bühne, die lediglich situativ um wenige, essenzielle Utensilien wie zwei Stühle oder eine Liege ergänzt wird (Bühne: Jan Hax Halama). Einen sphärischen Eindruck hinterlassen hingegen hunderte, in unterschiedlicher Höhe von einem Gerüst baumelnde, kleine metallische Kugeln, die in einer Welle angeordnet über der Bühne schweben. Für Bewegung sorgen neben Claudia Czyz als über die Bühne tänzelnder, von Lenka Radecky schwarz gewandeter Schwan die Erler Kinder, die zu Beginn des dritten Aktes als kleine Brautpaare über die Bretter schreiten.

Die musikalische Leistung war Freitagabend herausragend - allen voran Ales Briscein, der einen nicht nur stimmlich strahlenden Lohengrin ablieferte. Eine Glanzleistung boten auch Susanne Geb und Mona Somm als Elsa und Ortrud. Den Telramund sang Oskar Hillebrandt souverän. Obwohl mitunter schwer verständlich, überzeugte Andrea Silvestrelli mit einem voluminösen und charakteristischen Bass als König Heinrich. Michael Kupfer als Heerrufer komplettierte die grandiose Gesangsleitung des Ensembles. Ein Sonderlob verdient der Festspielchor, der mit einer sängerischen Bravourleistung auftrumpfte. Am Ende gab es minutenlange Ovationen für alle Mitwirkenden.

Quelle: APA

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