Kunst

Salzburger "Dialoge" mit drei bejubelten Uraufführungen

Das Thema "Grenzen" und Wolfgang Rihm, Ferruccio Busoni sowie Wolfgang Amadeus Mozart - von diesen Faktoren haben sich die drei jungen Komponisten Vasiliki Krimitza, Shahriyar Farshid und Ashkan Behzadi zu ihren Werken inspirieren lassen. Uraufgeführt wurden diese am Sonntag beim "Dialoge"-Festival im Salzburger Mozarteum.

Salzburger "Dialoge" mit drei bejubelten Uraufführungen SN/sn
Symbolbild.

Als Interpret der Werke fungierte das "Names - New Art and Music Ensemble Salzburg", das sich stets für die Aufführung junger, zeitgenössischer Komponisten einsetzt, wobei man sich diesesmal Gertraud Steinkogler-Wurzinger für die Gesangspartien an die Seite geholt hat. Den Auftakt stellte "Schallform" für Klarinette, Violine und Schlagzeug von Krimitza dar, das seinem Namen alle Ehre machte. Besonders vielseitig zeigte Anna Lindenbaum die Klangmöglichkeiten der Violine, während Marco Sala in unglaublicher Geschwindigkeit von Klarinette zu Bassklarinette wechselte.

Das zweite Werk "... in between... Hommage an Wolfgang Rihm" erinnerte dann stellenweise stark an den Widmungsträger, besonders in den klar geführten Tonlinien, bei denen man auf den ersten Blick nicht genau weiß, welches Instrument sie erzeugt. Dass Komponist Shahriyar Farshid auch ausgebildeter Fotograf ist, verrät ein Blick auf die visuelle Ästhetik der Partitur.

Den Dreiklang schloss schließlich die "Ballad of forgotten Hours" von Ashkan Behzadi, die Sopranistin Steinkogler-Wurzinger Höchstleistungen abverlangte. Zwischen lang gezogenen Akkordeon- und mechanisch gehämmerten Geigentönen traf die gebürtige Saalfeldenerin immer exakt ihren Einsatz und variierte über das Stück hinweg den großen Bogen der verschiedenen Töne und Techniken. Die drei Musiker erschienen wie die Zeiger einer Uhr, alleine arbeitend aber im Gesamten perfekt harmonierend.

Als Bindeglied zwischen den drei Werken fungierten Texte von Ferruccio Busoni und Wolfgang Rihm über die Ästhetik der Tonkunst, musikalische Freiheit und Kunst, die Peter Arp und Igor Karbus interpretierten - in beinahe dialogischer Form, was den teils komplexen Texte eine beinahe bekömmliche Note verlieh. Aber auch mit textlicher Unterfütterung war dieser "Dialoge"-Beitrag mit gut 40 Minuten ungewöhnlich kurz, was der Begeisterung des Publikum keinen Abbruch tat. Im Gegenteil: Es belohnte die Künstler mit minutenlangem Applaus.

Quelle: APA

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