Kunst

Salzburger Festspiele: Es blitzt und blinkt in der "Kristall-Werkstatt"

Einige Kleider bei den heurigen Festspielen sind etwas ganz Besonderes. Beklebt mit unzähligen Swarovski-Kristallen verleihen sie ihren TrägerInnen ein geradezu königliches Aussehen.

Es blitzt und blinkt. Wer die "Kristall-Werkstatt" von Jan Meier betritt, der wird augenblicklich geblendet. Durch ein Fenster in der Decke strahlt die Sonne und der Boden funkelt in allen Regenbogenfarben.

Ein einzelner Stein macht sehr viel aus

Am Mittwoch fand eine Präsentation von Kostümierungen für die diesjährigen Salzburger Festspiele statt, die heuer das vierte Jahr in Folge mit Swarovski-Kristallen angefertigt werden. In der konzertanten Oper "Manon Lescaut" von Giacomo Puccini spielt Anna Netrebko die schöne Manon Lescaut, in die sich der Student Renato Des Grieux auf den ersten Blick verliebt. Das Kleid dazu stammt von Jan Meier, der als Bühnenbildner, Kostümbildner und Bühnenleiter bei den diesjährigen Festspielen fungiert. Er hat erstmals 2002 bei den Salzburger Festspielen mitgewirkt. Das schwarze, mit 36.000 hämatitfarbenen Kristallen besetzte Kleid besteht aus drei Lagen. Durch die vielen Schichten soll ein geheimnisvolles, verschleiertes Flair geschaffen werden. 120 Stunden habe es gedauert, die Kristalle auf das Korsagenkleid zu kleben. Der zum Kleid gehörige Schal ist ebenfalls mit Kristallen gespickt. 40 Stunden habe es gedauert, diese anzubringen. "Jeder einzelne Stein macht sehr viel aus", sagt Meier. Bis zur letzten Reihe erkenne man seine Wirkung.

Traum in Nachtblau

Auch die Salzburger Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler ist anwesend. "Ich freue mich immer sehr, so tolle Produkte vorzustellen, für die man selbst nichts arbeiten muss", sagt sie. Auf die Frage, warum es auch heuer eine Zusammenarbeit mit Swarovski gebe, gibt sie zu verstehen, dass die Festspiele immer auch mit Glanz und Glamour zu tun hätten. Die Kooperation mit Swarovski ist also quasi nur natürlich.

In der Neuinszenierung von Thomas Bernhards Schauspiel "Der Ignorant und der Wahnsinnige" kommt ebenfalls ein mit Kristallen besetztes, blaues Kleid vor. Die "Königin der Nacht" wird dieses Kleid tragen. Ein Teil des Stückes spielt in der Garderobe einer Sängerin, die in Mozarts "Zauberflöte" die Königin der Nacht singt.

Den Satin dafür hat Meier in London erworben. Die blauen Kristalltöne sollten den "Eindruck eines Nachthimmels" wiedergeben. Auch ihr Gürtel wird mit prunkvollen Edelsteinen besetzt sein. Er hat ein Gewicht von acht Kilogramm.

Ein weiteres Meisterwerk ist die Krone der Königin. Sie erinnert an die Milchstraße. Man hat hier die "Kristalle wie einen Kometenschweif appliziert", so der Schöpfer dieses Kunstwerks, Jan Meier. Der Tüll für die Krone stammt ebenso wie der Kleiderstoff aus London.

Rabl-Stadler empfindet es als "wichtig, dass die Schauspieler das Gewand schon in den Proben tragen." Dadurch erkenne man, ob das Tragen Probleme bereite oder ob es einen in der Rolle unterstütze.

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Ein Catsuit im "Faust"

Das heurige Festspielprogramm wartet mit einer Neuinszenierung der Oper "Faust" von Charles Gounod in der Regie Reinhard von der Thannens auf. Auch in dieser Inszenierung kommen die Kristalle zum Einsatz - Mephisto wird einen Kristallschal tragen. Außerdem kann in dem Werk ein mit Juwelen besetzter Catsuit bestaunt werden, den eine Tänzerin tragen wird. Dieser Ganzkörperanzug stellte eine besondere Herausforderung dar. Neben dem richtigen Material musste auch der richtige Abstand der Kristalle genauestens ausgetüftelt werden sowie die richtige Dehnbarkeit des Anzugs.

Die Feenkönigin funkelt mit

Auch eine Kinderoper kommt in den Genuss der Swarovski-Kristalle. Die Feenkönigin im gleichnamigen Stück trägt hochhackige rote Schuhe, die mit farblich dazupassenden Kristallen bestückt sind. Gleichwie die Königin der Nacht bekommt auch sie einen kristallbesetzten Gürtel. "Die Feenkönigin" wird von TeilnehmerInnen des Young Singers Project gesungen. Dieses Projekt ist eine Plattform zur Ausbildung des sängerischen Nachwuchses. Talentierte junge SängerInnen aus aller Welt erhalten dadurch die Möglichkeit, bei den Salzburger Festspielen aufzutreten.

Neben den erwähnten Stücken kann man die Swarovski-Kristalle auch in Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" und in Richard Strauss' Oper "Die Liebe der Danae" bestaunen.

(SN)

Aufgerufen am 22.06.2018 um 10:30 auf https://www.sn.at/kultur/kunst/salzburger-festspiele-es-blitzt-und-blinkt-in-der-kristall-werkstatt-1241608

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