Kunst

Schindlers Fabrik wird Holocaust-Gedenkstätte

Die einstige Fabrik des deutsch-mährischen Unternehmers Oskar Schindler im ostböhmischen Brnenec (Brünnlitz) soll eine Holocaust-Gedenkstätte und Ziel für Touristen werden. Hinter der Initiative steht der Stiftungsfond Soa (Schoah), der das verfallene Areal bereits gekauft hat und weiteres Geld für das Projekt sucht, berichtet die tschechische Tageszeitung "Pravo".

Schindlers Fabrik wird Holocaust-Gedenkstätte SN/www.picturedesk.com
Oskar Schindler.

Nach Angaben des Chefs des Stiftungsfonds, Jaroslav Novak, soll das gesamte Gelände in seine ursprüngliche Form umgebaut werden, einschließlich der Wachtürme sowie des KZ-Lagers. Außerdem wolle der Stiftungsfond die Fabrik mit ursprünglichen Maschinen ausstatten.

Die erforderlichen Investitionen werden auf Dutzende Millionen Kronen (1 Euro=27 Kronen) geschätzt. Die Führung der Region (Pardubitzer Kreis) zeigte sich bereit, bei der kompletten Sanierung des Areals zu helfen. Zunächst werde man ökologische Schäden beseitigen müssen, damit 2018 der eigentliche Umbau beginnen könne, hieß es.

"Oskar Schindler kann als eine kontroverse Figur wahrgenommen werden, trotzdem wurde er 2007 auf die Liste von bedeutenden Personen unseres Kreises eingetragen", erklärte der Kreishauptmann Martin Netolicky.

Schindler hatte 1944 seine Deutsche Emailwarenfabrik einschließlich des zugehörigen Lagers mit 1.200 jüdischen Zwangsarbeitern vom polnischen Krakow (Krakau) nach Brnenec verlegt. Damit hatte er die Häftlinge vor dem Abtransport in das Vernichtungslager gerettet.

Quelle: APA

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