Kunst

"Schönste aller Frauen" - Heinrich-Heine-Manuskript entdeckt

Bei einer Auktion ist ein lange verschollen geglaubtes Manuskript aus der frühen Schaffensphase Heinrich Heines aufgetaucht.

"Schönste aller Frauen" - Heinrich-Heine-Manuskript entdeckt SN/landeshauptstadt düsseldorf
Das Manuskript von Heinrich Heine.

Die Handschrift des sogenannten Sonettenkranzes "Friederike" sei eine Rarität, da die meisten Originale aus den Anfangsjahren des Dichters (1797-1856) bei einem Brand vernichtet worden seien, sagte Christian Liedtke vom Düsseldorfer Heinrich-Heine-Institut.

Mithilfe von zwei Förderern habe das Institut das Manuskript aus Privatbesitz für 32.000 Euro ersteigert. Nach der Restaurierung soll es regelmäßig in der Ausstellung des Instituts zu sehen sein. Außergewöhnlich an der Handschrift sei, dass Heine den Text nicht wie sonst schnell aufs Papier gebracht habe. In Schönschrift und aufwendig verziert schrieb er seinen "Sonettenkranz für Friederike Robert".

Das habe Heine nur selten getan, sagte Liedtke. Mit dem Gedichtzyklus habe Heine 1824 seine Verehrung für die Schriftstellerin und Berliner Salondame Friederike Robert ausgedrückt, die für ihre Schönheit berühmt war.

"Madame! Sie sind die schönste aller Frauen!", schrieb der Dichter.

Das Manuskript schickte er nach Berlin, wo die stolze Empfängerin es in der schicken Salonwelt herumgezeigt habe. Daher rührten auch einige Wasserflecken und Abnutzungsspuren, mit denen sich nun ein Restaurator beschäftigen soll.

Doch für den Erhalt des Original-Gedichts war das ein Glück - denn fast alle seiner Briefe und Manuskripte lagerte der junge Heine im Haus seiner Mutter, das 1833 abbrannte. Deshalb gebe es aus der frühen Schaffensphase Heines kaum Originale. 1844 veröffentlichte Heine das Gedicht gemeinsam mit anderen Sonetten unter dem Titel "Friederike" - und erregte mit den freizügig erotischen Texten großes Aufsehen. Von vielen Zeitgenossen sei der Gedichtzyklus als skandalös empfunden worden.

Bevor das Manuskript nun restauriert wird, will das Heine-Institut es am kommenden Donnerstag im Rahmen einer Feierstunde öffentlich vorstellen. Später soll es dann regelmäßig in der Ausstellung des Heine-Instituts zu sehen sein - gemeinsam mit 250 weiteren Exponaten wie einer Handschrift der "Loreley" und einer Haarlocke des Dichters.

Quelle: Apa/Dpa

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