Kunst

SN-Volksmusikpreis: Die Gaudi war grenzenlos

So was! Jetzt blühen die Barbarazweigerl im Herbst noch einmal auf! Aber nicht wegen des Klimawandels. Die Erklärung ist eine andere. Erstens sind's die Folgen des SN-Volksmusikpreises. Zweitens gibt's da ein Geheimnis.

Am Ende kam kein Zweifel auf. Der Abend wurde zur reinen Familiensache. Die Barbarazweigerl auf Pfarrwerfen gewannen den SN-Volksmusikpreis 2016. Der Entscheid der Jury, er fiel einstimmig aus. Da war auch kein Neid zu spüren. Aber sehr viel Anerkennung und Lob von den Mitbewerbern zu hören. Barbara Rettensteiner, die Mama, und ihre drei Töchter Lydia Weiß, Barbara Reiter und Teresa Rettensteiner, hatten sich den begehrten Preis redlich verdient. Mit ihren zwei Liedern "Wånn ma in da Fruah vor Tågs auf d'Alma geht" und "Biabale, Liabale Du" überzeugten sie Jury und Publikum. Sie taten es nicht nur gesanglich. Sondern eben auch mit der Liedauswahl, mit Innigkeit und sängerischer Glaubwürdigkeit. Sie sprachen wirklich alle an, die da im vollen Saal der SN zuhörten.

Am Beginn des Abends ging es zunächst aber einmal darum, "ganz fest viele gute Gedanken" zu schicken. Und zwar an Bertl Göttl. Der langjähriger Moderator des Wettbewerbes erkrankte wenige Tage vor dem Finale. Die ORF-Moderatorin Caroline Koller sprang kurzfristig ein. Sie machte ihre Sache hervorragend. Na, ja: Ein echter Profi halt.

"Drent & herent" als Motto

"Drent & herent" lautete das Motto des Wettbewerbes im Jubiläumsjahr 20.16. Zu erleben war mit den Barbarazweigerl (Pfarrwerfen), dem Hubertus Zwoag'song (Werfen), bloaßleateg (Lungau), dem Kinderklong Reihawei (Pfarrwerfen), den Siegsdorfer Sängern und den Stoaberg Sängerinnen aus Piding ein feines, nettes salzburgisch-boarisches Wettsingen.

Da haben sich Nachbarn getroffen und bewiesen: Auch wenn der Bau von Grenzen derzeit modern ist: Musik, ein gepflegtes Miteinander, kann diese Grenzen im Handumdrehen aufzuheben. Und nach dem Wettbewerb ging es noch weiter. Beim Kuglhof wurde musiziert. Echt gmiatlich war's!

Einen Sonderpreis gab es im Rahmen des SN-Wettbewerbes für den Kinderklong Reihawei aus Pfarrwerfen (Verena Weiß, Marika Hafner, Klara Reiter). Die drei dürfen sich auf eine Musizier- und Erlebniswoche in Neukirchen freuen.

Der zweite Sonderpreis, der des Salzburger VolksLiedWerkes ging an den Hubertus Zwoag'song. Für besonders genaue Recherche was Liedherkunft und Inhalt anlangt. "Da Fritz woit zerscht ja goa nit mitmochen", erzählt Bettina Brugger, die Zweite im Bund. Aber dann hat es sich doch ausgezahlt. Und der Fritz Rettensteiner, "der Oberjaga" eine Trophäe heim genommen. Diesmal halt eine ganz besondere.

Vollmond und Mutterfreuden

Zuerst musste die Jury ganz intensiv rechnen. Jetzt ist die Teresa Rettensteiner dran, mit der Rechnerei. Sie ist ja eine der Barbarazweigerl. Und bekommt ein Kind. Vermutliches Datum: 16. Oktober. Am 8. Oktober freilich ist das Amselsingen in Bischofshofen. Und da dürfen die Sieger des SN-Wettbewerbes traditionell auch auftreten. Das wird knapp. Vollmond ist aber erst am 16. Oktober angesagt. Es könnt sich also knapp ausgehen, mit dem Auftritt beim Amselsingen . . .

Wie war es eigentlich, den Preis gewonnen zu haben? Barbara Rettensteiner, am Tag danach: "In aller Früh haben schon die ersten Gratulanten angerufen. Weil es ja in den SN gestanden ist." Wurde mit dem Erfolg spekuliert? "Wir haben gehofft. Aber die Öffentlichkeit war uns nie das Wichtigste. Daheim im Ort und in der Familie zu musizieren, das mögen wir gern. Weils uns einfach Freude macht." Viel Freude machte dieser Wettbewerb seit 1997 alle zwei Jahre. "Erfunden" hat ihn gewissermaßen Ex-Kollege Bernhard Strobl. Herzlichen Dank dafür!"

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.08.2018 um 09:27 auf https://www.sn.at/kultur/kunst/sn-volksmusikpreis-die-gaudi-war-grenzenlos-1440592

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