Kunst

Song Contest: So will Zoë die Fantasiewelt erobern

Es wird ernst mit der Fröhlichkeit: Österreichs Vertreterin Zoë startet am Dienstag im ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest.

Noch ist das Finale ein Stück weit weg: Mit "Loin d'ici", ihrem Beitrag zum diesjährigen Song Contest, muss Österreichs Vertreterin Zoë erst die Hürde des Semifinales nehmen, bevor sie am Samstag in der großen Show für Österreich Punkte holen kann. Wie sie sich auf ihren Auftritt vor ganz Europa vorbereitet und was sie mit ihrem Lied erreichen will erzählt die 19-Jährige im Interview.

SN: Sie proben seit 3. Mai in der Stockholmer Globe-Arena. Wie ist das Gefühl, hier zu stehen - und an 200 Millionen Zuschauer weltweit zu denken?
Zoë: Ich fühle mich auf dieser Bühne sicher und wohl. Sie ist mir nicht zu groß. Bei den Proben bin ich weder verkrampft noch habe ich irgendeine Angst - und das ist hoffentlich im Halbfinale auch so. Ich will ja vermitteln, dass ich Spaß bei meinem Auftritt habe - und ihn genießen.

SN: War es schwierig, dass passende Kleid zu finden? Schließlich ist der Song Contest auch ein Wettbewerb der auffälligsten Outfits?
Ich wollte etwas, das fließt und die Bewegungen unterstützt. Und Teil eines feenhaften Wunderlandes wird. Für meine Haare wollte ich einen zarten Schmuck, der nicht aufdringlich wirkt, aber dennoch das Märchenhafte betont. Ich bin eine Prinzessin, aber keine Barbie-Braut.

SN: Warum verzichten Sie nun auf das Laufband bei Ihrem Auftritt - auf dem Weg in ein fernes Land bzw. ins Paradies?
Ich fühle mich ohne Laufband einfach freier - und gewinne eine gewisse Leichtigkeit, wenn wir es weglassen. Ich kann mich besser von den Emotionen meines Liedes tragen lassen und mich auf sie konzentrieren. Beim Laufband hatte ich ständig im Hinterkopf, dass ich stolpern oder mir sonst etwas passieren könnte.

SN: Lassen Sie sich durch die Wettquoten unter Druck setzen?
Vor dem Abflug nach Stockholm habe ich versucht, sie nicht zu beachten, aber hier nun kann ich ihnen gar nicht mehr ausweichen. Es gibt Listen, auf denen ich als Wackelkandidatin geführt werde - im Gegensatz etwa zum Russen, der von allen Buchmachern fix im Finale gesehen wird.

Ich kann zu diesem Zeitpunkt nur sagen: Wir haben viel Arbeit, Liebe und Leidenschaft in das Projekt Song Contest gesteckt. Ich wüsste nicht, was ich hätte anders machen sollen. Und ich spüre viel Sympathie, die mir hier entgegengebracht wird.

SN: Mit "wir" meinen Sie auch Ihren Vater Christof Straub. Wie sehr ist er an Ihrer Karriere beteiligt?
Ich bin mit Musik aufgewachsen, sie war von Anfang an Teil meines Lebens. Musiker gingen bei uns zu Hause ein und aus. Und mir war sehr früh klar, dass ich auch Musik machen und auf die Bühne möchte. Mein Papi und ich begegnen uns aber wirklich auf Augenhöhe, wenn wir gemeinsam Songs schreiben. Ich bin nicht fremdbestimmt. Er freut sich, dass ich die Leidenschaft zur Musik mit ihm teile.

SN: Die französische Sprache ist wohl Thema bei jedem Interview.
Ich stelle dann gerne die Gegenfrage: Warum wird automatisch erwartet, dass man mit einem englischsprachigen Beitrag antritt? Unabhängig von der Sprache will ich positive Energie versprühen und die Zuhörer glücklich machen. Das versteht jeder. Ich singe über den Weg in ein Land, das auch imaginär sein kann, wo man sein Glück findet.

SN: Französisch war beim Singen stets die Präferenz?
Als wir begonnen haben, Titel für mein Debütalbum zu schreiben, hat es sich einfach richtig angefühlt, sie auf Französisch zu texten.

SN: Viele meiden den Contest, weil sie in eine Schublade gesteckt werden und mehr zu verlieren als zu gewinnen haben. Sie nicht.
Lena hat mit ihrem Sieg 2010 sicher einiges am Image des ESC verändert. Dann kamen auch noch "Euphoria" von Loreen und natürlich Conchita. Lange war es uncool, am Song Contest teilzunehmen, das sehe ich heute nicht mehr so.

(SN)

Aufgerufen am 21.02.2018 um 04:28 auf https://www.sn.at/kultur/kunst/song-contest-so-will-zoe-die-fantasiewelt-erobern-1482442

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