Kunst

St. Leopold Friedenspreis 2016 an Tiroler Gregor Sailer

Im Marmorsaal des Stiftes Klosterneuburg ist am Donnerstagabend der St. Leopold Friedenspreis 2016 für humanitäres Engagement in der Kunst verliehen worden. Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis wurde dem österreichischen Fotografen Gregor Sailer für sein Bild "Mirny" aus der Serie "Closed Cities" zugesprochen. Je ein Förderpreis erging an Frenzy Höhne und Wadim Rakowski.

St. Leopold Friedenspreis 2016 an Tiroler Gregor Sailer SN/APA (Symbolbild)/GINDL Barbara
Verliehen wurde der Preis im Marmorsaal des Stiftes Klosterneuburg.

"Die Macht der Gier" hatte das von Propst Bernhard Backovsky gestellte Jahresthema bei der siebenten Auflage des Wettbewerbs gelautet. Insgesamt 670 Einreichungen waren eingelangt, berichtete Stiftskurator Wolfgang Huber, der angesichts dieser Rekordbeteiligung meinte, der St. Leopold Friedenspreis sei auf dem besten Weg, zu einem "Oscar der sakralen Kunst" zu werden. Eine neunköpfige Jury hatte 24 Finalisten ausgewählt. Vom großformatigen Bild über vielfältige skulpturale Objekte bis zur sozialkritischen Fotografie reichte die Palette der Werke, die dem Thema höchst unterschiedliche Facetten abgewannen.

"Closed Cities", das Langzeitprojekt des Tiroler Künstlers Georg Sailer, beschäftigt sich mit zeitlich begrenzten urbanen Siedlungsformen in Algerien, Argentinien, Aserbaidschan, Chile, Katar und Russland. Die prämierte Arbeit entstand in der extrem exponierten sibirischen Diamantenstadt Mirny am Polarkreis, am Rande des zweitgrößten Tagbaues der Welt situiert, bei Temperaturen bis -75°C und Permafrost.

Je ein Förderpreis zu 1.000 Euro wurde an Frenzy Höhne (geboren 1975 in Dresden) und Wadim Rakowski (Berlin) vergeben. Die Moral sowie die Einsatzbereitschaft im Bereich der Nachhaltigkeit der Konsumenten thematisiert Höhne mit ihrem Werk "Auslage". Der Durst nach Geld hat Wadim Rakowski zu einer eigenen Währung inspiriert ("Die Metamorphosen der Gier"). Die Ausstellung der nominierten und ausgezeichneten Werke des St. Leopold Friedenspreises ist von 29. September bis 31. Dezember 2016 im Stift Klosterneuburg zu besichtigen. Das preisgekrönte Werk wird nach der Ausstellung in den Bestand des Stiftsmuseums bzw. der "Galerie der Moderne" aufgenommen, deren Neuaufstellung ebenfalls eröffnet worden ist. Die nächste Ausschreibung des St. Leopold Friedenspreises findet voraussichtlich 2018 statt.

Quelle: APA

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