Kunst

Staatspreis an Fotografin Spiluttini: "Ihrer Linse kann man vertrauen"

Die österreichische Fotografin Margherita Spiluttini wurde am Donnerstag mit dem Österreichischen Staatspreis für künstlerische Fotografie ausgezeichnet. "Margherita Spiluttini verfolgt mit ihrer Arbeit einen ganz eigenen und innovativen Ansatz in vielerlei Hinsicht", zitierte Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) in seiner Rede aus der Jurybegründung.

Staatspreis an Fotografin Spiluttini: "Ihrer Linse kann man vertrauen" SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Minister Thomas Drozda überreicht Staatspreis an Margherita Spiluttini.

"Besonders auch im Bereich der Farbfotografie, als diese Technik noch nicht so breit verwendet wurde. Sie hat hier eine ganz eigene Position inne." Hervorzuheben seien besonders Spiluttinis Arbeiten, die sich mit Familie beschäftige. Der Fokus ihrer Arbeit liege aber in der Dokumentation zeitgenössischer Architektur, was auch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Herzog & de Meuron bezeuge. "So zeigen Ihre fotografischen Untersuchungen städtebaulicher Themen, die Auseinandersetzung mit historischen Bauten und Landschaft zumindest ebenso Ihre Meisterschaft", so Drozda. "Ihr Thema ist Architektur und nicht Repräsentation von Befindlichkeiten, sei es jene der Bauherren oder jene der Architekten."

"Ihre Linse offenbart das Sein und nicht den vergänglichen Schein. Sie sind aber keine Inquisitorin, die nur Wahrheiten dokumentiert, vielmehr versuchen Sie, das Zusammenspiel zwischen Sein und Schein darzustellen", führte Drozda aus. "Sie sind keine Gerichtssachverständige, aber eine Sachverständige über Architektur. Ihrer Linse kann man vertrauen, auch wenn Sie immer wieder versuchen, das nicht Vertraute zu fassen. In Ihren Bildern gelingt dies auch vortrefflich."

Die Jury des seit 1991 vergebenen Preises setzte sich aus Monika Faber (Photoinstitut Bonartes), Christine Frisinghelli (Mitgründerin Camera Austria) und der Künstlerin Aglaia Konrad zusammen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören u.a. Inge Morath, Erich Lessing und Friedl Kubelka.

Spiluttini wurde 1947 in Schwarzach im Pongau geboren und absolvierte eine Ausbildung als radiologisch-technische Assistentin, bevor sie sich 1981 als freischaffende Fotografin selbstständig machte. Sie hat sich in ihrem Schaffen intensiv mit Architektur auseinandergesetzt. Ihr Fotoarchiv befindet sich mittlerweile in der Sammlung des Architekturzentrums Wien. Zu den zahlreichen Auszeichnungen Spiluttinis gehören das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst sowie das Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien.

Quelle: APA

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