Kunst

Stefan Zweig sammelte Namen im Exil

Das letzte Adressbuch des Schriftstellers erzählt von verlorenen Freundschaften und Sehnsucht nach Musik.

Ein heute Sterbender wird auf einem Server oder in einer Cloud eine Tausendschaft von ident formatierten elektronischen Visitenkarten hinterlassen. Bei Stefan Zweig ist das anders. Sein Adressbuch, in dem er ihm wichtige Namen gesammelt hat, ist zum Angreifen. Auf dem Einband aus Lederimitat sind Umrisse eines Telefonapparats geprägt - mit Hörer, Gabel und Wählscheibe. Beim Öffnen des Umschlages steht da senkrecht das Alphabet: von oben A bis unten Z. Pro Buchstabe sind ein bis zwei Blätter vorgesehen, deren rechte Kanten von unten bis zu den aufgedruckten Lettern beschnitten sind. Um etwa Namen mit T zu finden, legt man den Daumen aufs T, drückt dieses Blatt mit den folgenden Seiten zusammen und schlägt auf: Arturo Toscanini, Independence Ave., 245th Street, Riverdale, N. Y.

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