Kunst

"steirischer herbst" bisher mit 50.000 Besuchern

Das am Sonntag zu Ende gehende Festival "steirischer herbst" hat an 24 Tagen über 50.000 Besucher bei 130 Projekten und 465 Einzelveranstaltungen gezählt. Das sagte Intendantin Veronica Kaup-Hasler am Freitag bei einer vorläufigen Bilanz. "Es steht noch ein massives, reiches Wochenende bevor, einige Ausstellungen laufen bis 2017."

Die differenzierte Auseinandersetzung mit Europa - Motto "Wir schaffen das" - habe zu sofortigen Diskussionen geführt. Heuer habe man mit weniger Budget auskommen müssen, sagte Kaup-Hasler. Doch sei es ihr "tiefstes Credo, dass in einer über-eventisierten Zeit ein Festival mehr als nur eine Abfolge von Veranstaltungen sein muss". Die Auslastung habe über 90 Prozent betragen, die genauen Zahlen lägen dann im Jänner 2017 vor. Zum Vergleich: Die Auslastung 2015 betrug über 95 Prozent bei den szenischen Produktionen und Konzerten. Beteiligt waren rund 800 Künstler, Theoretiker und sonstige Teilnehmer aus 46 Nationen.

"Es waren fast alles neue Produktionen, der Risikoraum ist ein großer", sagte die Intendantin. An Veranstaltungen erwähnte Kaup-Hasler unter anderem die Konferenz "Welcome to the former West", die Grenzlandgespräche bzw. -wanderungen in der Südsteiermark ("Willkommen in der Europaschutzzone") und die Aktionen im Raum Leibnitz und Leutschach. Bei letzteren habe der angolanische Künstler Kiluanji Kia Henda Aufsehen erregt, der sich mit "Dies ist mein Blut" dem Thema Weinbau und Flüchtlinge gewidmet hat. Die Installation ist noch einige Zeit zu sehen, ebenso wie die Ausstellungen "Geknetetes Wissen" von Edmund de Waal und Ai Weiwei (bis Februar 2017) und Body Luggage (bis Anfang Jänner 2017).

Sie freue sich auch immer, wenn Künstler nach dem "herbst" Übernahmeangebote bekämen: "Julian Hetzel hat für seine 'Schuldfabrik' bereits sieben solche erhalten." Für den Schluss des "herbst" am Wochenende legte sie dem Publikum noch sehr die katalanische Performance-Truppe "El Conde de Torrefiel" mit "Guerilla" ans Herz, sowie Milo Raus "Empire", den großen Schlussakt seiner Europatrilogie.

Die Planungen für den "steirischen herbst 2017" - das letzte Jahr der Intendanz von Kaup-Hasler und gleichzeitig das 50. Jahr des Bestehens des Festivals - seien schon am Laufen: "Ein Jubiläum ist immer mit Angst, Schweißausbrüchen, Panik und Vorfreude verknüpft, aber dem verweigere ich mich, ich will das produktiv nutzen", scherzte die Intendantin. Man plane einige Sonderprojekte, "unter dem Blick zurück und nach vorne. Das ist aber nur mit einer Sonderfinanzierung möglich." Man sei bereits an die Politik und die Wirtschaft herangetreten. Die Steiermärkische Sparkasse habe eine Beteiligung zugesagt. "Im Jubiläumsjahr werden wir auch zurückblickend, aber nie reaktionär sein. Das Festival ist ja über die Jahre ein wunderbares Hybrid - Didi Hallervorden ist aufgetreten, es gab Operetten," sagte Kaup-Hasler. Das mache das Festival "so wunderbar und immer wieder neu - ich kenne kein vergleichbares".

Der nächste steirische herbst findet von 22. September bis 15. Oktober 2017 statt.

(S E R V I C E - www.steirischerherbst.at)

Quelle: APA

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