Kunst

Tanzquartier Wien lädt arabische Künstler zu Festival

Das Wiener Tanzquartier feiert heuer 15-jähriges Bestehen. In der halbrunden Jubiläumssaison plant Intendant Walter Heun nach dem Saisonauftakt am Samstag unter anderem ein kleines Festival unter dem Titel "out of b/order", bei dem man Künstler aus dem arabischen und europäischen Raum aufeinandertreffen lässt. Man bleibe dabei der Tradition treu, "nicht marktschreierisch" zu agieren, so Heun.

Tanzquartier Wien lädt arabische Künstler zu Festival SN/APA/HERBERT PFARRHOFER
Intendant Walter Heun erläuterte die Pläne.

"Wenn wir in den öffentlichen Raum gehen, wollen wir nicht das Spektakuläre suchen", betonte der TQW-Leiter. Stattdessen wolle man genau am Detail arbeiten. Dies soll auch gelten, wenn man mit "out of b/order" den Blick über den eigenen künstlerischen Tellerrand hinaus werfen will. Dabei steht der Austausch mit Künstlern aus dem arabischen Raum im Fokus. Der "künstlerisch-theoretische Parcours zu performativer Transgressivität" findet zwischen 3. und 17. November statt.

Man wolle dabei nicht die Dichotomie zweier Kulturen aufbauen, sondern das Gemeinsame suchen. Es gehe um "eine Art Kontaktzone", in der man untersuche, was verbinde und was trenne, so die für die TQW-Theorie zuständige Krassimira Kruschkova. Im Rahmen dieses Festivals sind neben Performances und Forschungslaboren auch Vorträge von Nahostexperten wie Gudrun Harrer geplant.

Der Saisonauftakt ist bereits für den kommenden Samstag (24. September) im Museumsquartier angesetzt, wenn Trisha Brown im Fokus steht und unter anderem ihr spektakuläres Fassadenprojekt "Man Walking Down the Side of a Building" aufgeführt wird. Am 6. Oktober gibt es eine Uraufführung unter dem Titel "Calibrate" , für die Absolventen der österreichischen Tanzausbildungseinrichtungen eingeladen wurden, mit den Choreografen Alix Eynaudi, Ian Kaler und Paul Wenninger ein Projekt zu erarbeiten, das in der Halle G gezeigt wird. "Das ist ein Beispiel, wie wir versuchen, Zusammenarbeit in der Szene zu stimulieren", so Heun, der mit Ende Juni 2017 die Leitung der Tanzinstitution abgeben wird.

Jerome Bels "Gala" wird ab dem 25. Oktober wegen der guten Nachfrage wieder aufgenommen, während die Superamas zwischen 24. und 26. November mit "Vive l'Armee!" eines ihrer multimedialen Projekte als österreichische Erstaufführung zeigen. Eszter Salamon lässt mit "Monument 0.1: Valda & Gus" die 82-jährige Valda Setterfield und den 76-jährigen Gus Solomons Jr. über das Feld Alter, Körper, Tanz arbeiten und Christine Gaigg will sich in der Uraufführung "Clash" ab 16. Dezember mit dem tödlichen Attentat auf den Homosexuellenclub "Pulse" in Orlando/Florida auseinandersetzen. Ansonsten werden auch die Schienen der Theorievorträge, Trainingsangebote und Workshops im TQW fortgesetzt. Als Ausblick auf 2017 ist als Koproduktion mit den Wiener Festwochen das Projekt "Is this the promised End?" der Company Saint Genet geplant.

Quelle: APA

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