Kunst

Vorarlberg Museum zieht "erfreuliche" Bilanz

38 eigene Ausstellungen,13 in Kooperation, über 190.000 Besucher, rund 400 Veranstaltungen, 24 Eigenpublikationen und noch einmal so viele in Zusammenarbeit: Das ist die Bilanz der ersten dreieinhalb Jahre seit der Neueröffnung des Vorarlberg Museums. "Wir hatten einen sehr erfreulichen Start", freute sich Direktor Andreas Rudigier am Dienstag in Bregenz.

Die moderne Architektur des Gebäudes in der Vorarlberger Landeshauptstadt bezeichnete Rudigier als großen Vorteil. "Sie entspricht nicht einem typischen Landesmuseum", die in der Regel in historischen Häusern untergebracht seien. "Die moderne Architektur hilft uns", es kämen auch Menschen aus Neugier und seien schließlich überrascht, was sich alles darin befände. "Von einem Landesmuseum hat man ja recht klare Vorstellungen", bedauerte der Museumsleiter, damit habe auch das Vorarlberg Museum zu kämpfen.

2016 zählte das Museum bis Mitte Dezember 45.000 Besucher und liegt damit im Schnitt der vergangenen Jahre. Zum Vergleich: Die Besucherzahlen der anderen Landesmuseen Österreichs liegen im Schnitt bei 35.000 Besuchern. Ob sich diese Zahlen in den kommenden Jahren halten ließen, werde sich zeigen, räumte Rudigier ein. Noch sei man neu, "aber auch an die schönsten Dinge" gewöhne man sich mit der Zeit. Mit Sonderausstellungen, die sich teils politisch und gesellschaftlich brennenden Themen widmen, setzt das Museum allerdings 2017 alles daran, zahlreiche Besucher anzulocken.

Noch bis 17. April ist die Winterausstellung "Der Fall Riccabona" zu sehen. Sie widmet sich dem Schicksal einer angesehenen Feldkircher Familie, die durch den Rassenwahn der Nationalsozialisten in starke Bedrängnis gerät. Ebenfalls mit der Ausgrenzung, der Verfolgung und den Vorurteilen einer ganzen Bevölkerungsgruppe gegenüber beschäftigt sich ab 25. Mai die Sonderausstellung "Romane Thana - Orte der Roma und Sinti" (bis 8. Oktober). "Das Leben abseits der Normalität, auf den Straßen und Plätzen in Vorarlberg bewegt uns aktuell und ist ein politisch-gesellschaftlich brisantes Thema", beschrieb Theresia Anwander, zuständig für Ausstellungsmanagement, einen regionalen Anknüpfungspunkt der Schau, die bereits 2015 im Wien Museum und 2016 im Burgenland Museum gezeigt wurde. Parallel zu "Romane Thana" ist ein Projekt im öffentlichen Raum geplant, Näheres wollte Anwander aber noch nicht verraten.

Den in Hörbranz (Bezirk Bregenz) lebenden Künstler Richard Bösch - "den vielleicht radikalsten Maler Vorarlbergs" - stellt das Vorarlberg Museum anlässlich seines 75. Geburtstags ab 25. November in den Mittelpunkt. In einer Retrospektive seines Schaffens werden Werke aus der figurativen Anfangszeit bis hin zu den modernen, abstrakten Bildern der Gegenwart zu sehen sein. Einen Blick in die Geschichte der Musik in Vorarlberg wirft die "kleine, aber feine" Sonderausstellung "Pantaleon, Giraffe & Co - Historische Tasteninstrumente in Vorarlberg" von 11. Dezember 2017 bis 21. Jänner 2018. Zentrum dieser Schau ist eines der ältesten Tafelklaviere aus dem Feldkircher Schattenburgmuseum. Bei seiner erst jüngst abgeschlossenen Restaurierung in Salzburg fand man heraus, dass das Instrument der bekannten Klavierbauerfamilie Schmahl aus der Gegend von Ulm um die Mitte des 18. Jahrhunderts zuzurechnen ist.

Das Budget des Vorarlberg Museums wird wie bereits 2016 nicht erhöht. Es beläuft sich auf 4,2 Mio. Euro, 3,7 Mio. Euro davon stammen aus Landessubventionen. Das Vorarlberger Landesmuseum beschäftigt rund 60 Mitarbeiter, gerechnet auf Vollzeitstellen sind es 35 Beschäftigte.

Quelle: APA

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