Kunst

Wenn die Salzburger Festspiele zur Familie werden

Mit einem Galadiner feierten Prominente im Schloss Leopoldskron die Eröffnung der Salzburger Festspiele.

Grün, weiß, pink: In ihrem farbenprächtigen Kleid stach Sängerin Anna Netrebko sofort ins Auge. Mit ihrem Ehemann Yusif Eyvazov an der Seite betrat sie am Mittwochabend lächelnd die Große Halle des Schlosses Leopoldskron. Die Internationale Salzburg Association (ISA) lud anlässlich der Eröffnung der Salzburger Festspiele zum Galadinner - an einen Ort voll Festspielgeschichte. 1918 kaufte Max Reinhardt, Mitbegründer der Salzburger Festspiele, das Schloss am Leopoldskroner Weiher.

Unter den illustren Gästen, die vielfach fotografiert wurden, packte eine Dame selbst zur Kamera. "Ich fotografiere immer noch ganz bewusst analog", sagte Fürstin Manni Sayn-Wittgenstein-Sayn. Mit ihren 97 Jahren halte sie vor allem die Neugierde im Leben aufrecht, sowie ihre große Familie, erzählte sie schmunzelnd. 20 Enkel und 29 Urenkel habe sie. "Ich habe sogar zwei Ururenkerl." Vier und zwei Jahre alt seien sie, sagte sie stolz. Für Schwiegertochter Sunnyi Melles sind auch die Festspiele "ein Stück Familie". Was sie sich ansehen werde? Neugierig sei sie auf Miriam Fussenegger, die neue Buhlschaft im "Jedermann", sagte die Schauspielerin, die von 1990 bis 1993 selbst die Buhlschaft auf dem Domplatz darstellte. Auch auf "Manon Lescaut" freue sie sich.

"Manon Lescaut": Netrebko singt mit ihrem Ehemann

Netrebko und Eyvazov stehen in dem Stück gemeinsam auf der Bühne. "Wir haben uns 2014 bei dieser Oper in Rom kennengelernt", sagte Eyvazov lächelnd. Gerne kämen sie immer wieder zusammen nach Salzburg, "einen magischen Ort", sagte Netrebko und ließ ihren Blick über den prächtigen Schlossgarten schweifen, in dem einst Max Reinhardt ein Gartentheater erbauen ließ - mit Weiher und Untersberg als Kulisse.

Rechtzeitig bevor es kräftig zu regnen begann, ging es für die Gesellschaft zurück ins Schlossinnere. Sechs Burschen der a-capella Formation Piccanto sangen eine bunte Mischung, von Hubert von Goiserns "Heast as nit" bis hin zu Astor Piazzollas "Libertango", toll dargeboten mit einer Querflöte. Die Gäste waren hellauf begeistert. Über eine Treppe ging es hinauf zum Dinner. Aufgetischt wurde etwa marinierter Saibling aus dem Attersee sowie ein Schokoladenspitz mit Topfen und Marille.

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