Kunst

Wien Modern Festival wartet mit simultanen Aufführung auf

Operation geklungen, Komponist wohlauf: Mit der simultanen Aufführung von Dmitri Schostakowitschs 15 Streichquartetten wartete das Festival Wien Modern Freitagabend mit einem Experiment auf, das als Versuchsobjekt eher das Publikum als die Musik auserkoren hatte. Im Konzerthaus durften sich die Besucher in der kontrollierten Kakofonie frei bewegen - was am Ende auch hörbar angenommen wurde.

"Das Publikum ist eingeladen, sich leise zwischen den Ensembles zu bewegen und an diesem besonderen Abend Teil des Ganzen zu werden", hatte die Einladung in den Großen Saal gelautet, die gleichzeitig als Warnung verstanden werden konnte. Denn Arbeit für die Ohren erwartete das doch zahlreich angetretene Publikum. Derartige Simultanaufführungen sind dabei nichts Neues: Haydn, Haubenstock und Cage waren bereits vorgeprescht, hatte die Website des Festivals aufgeklärt.

Die echte Schwerarbeit verrichteten allerdings die Musiker selbst: Elf Spitzenensembles, angeführt vom Arditti Quartet, dessen Kopf Irvine Arditti auch die Probenleitung übernommen hatte, spielten sich mit höchster Disziplin durch den präzisen Zeitplan. Wo Sätze aufhörten, wurde auf anderen "Inseln" im Saal wieder eingesetzt, Pausen dazwischen als bekömmliches Stilmittel verwendet. Dass die ersten sowie letzten Töne dabei Arditti überlassen wurden, galt als selbstverständlich.

JACK Quartet, Ensemble Resonanz, Solistenensemble Kaleidoskop, Adamas Quartett, Giocoso Quartett, Quatuor Akilone, Atalante Quartett, Selini Quartett, Doreen Quartet und Genaro String Quartet - alle Ensembles wurden am Ende bei der Begegnung auf der großen Bühne begeistert gewürdigt. Der Applaus hätte auch dem Publikum selbst gelten können, das den Geräuschpegel bei den Wanderungen im Konzerthaus niedriger hielt als oft bei konventionellen Aufführungen.

Quelle: APA

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