Kunst

Wiener Schauspielhaus setzt auf Kontinuität

In der zweiten Saison unter Tomas Schweigen setzt das Schauspielhaus Wien auf die Fortführung des eingeschlagenen Weges eines "ästhetisch vielfältigen, auf die politischen und gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit gerichteten Autoren- und Ensembletheaters". Am Mittwoch wurden die Pläne vorgestellt. Im Zentrum: die Suche nach politischer Verantwortung und die Befragung des Theaterbetriebs selbst.

Wiener Schauspielhaus setzt auf Kontinuität SN/APA (Archiv)/ROLAND SCHLAGER
Zweite Saison unter Tomas Schweigen.

Mit einem "surreal-humorvollen Abend, der vor dem Hintergrund weltpolitischer Verwerfungen über Eskapismus und politische Verantwortung nachdenkt", eröffnet Tomas Schweigen am 29. September seine zweite Spielzeit. Die Grundlage für das Projekt "Traum Perle Tod!" bildet dabei Alfred Kubins fantastischer Roman "Die andere Seite", wie es in den Presseunterlagen heißt.

Die zweite Premiere gibt es am 25. November mit der Uraufführung von Thomas Köcks "Kudlich - Eine anachronistische Puppenschlacht". Das mit dem Preis der Österreichischen Theaterallianz ausgezeichnete Stück spielt "assoziativ mit der Biografie des Bauernbefreiers Hans Kudlich", Regie führt Marco Storman. "JINXXX" nennt sich das Werk des schwedischen Installationskünstlers Thomas Bo Nilsson, das als "begehbares Beziehungsgemälde" angekündigt wird (Premiere: 1. Dezember).

Eine "Spezialistin für absurde Komik" hat man mit Miroslava Svolikova gefunden: Die Gewinnerin des Hans-Gratzer-Stipendiums steuert das Stück "Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch etwas gesagt" bei. Regie bei dieser Farce, die "so manche Konvention des Theaterbetriebs in Frage stellt" führt der Nachwuchsregisseur Franz-Xaver Mayr, Premiere ist im Jänner 2017. Im Monat darauf folgt "Kaspar Hauser oder Die Ausgestoßenen könnten jeden Augenblick angreifen!" der norwegischen Autorin und Regisseurin Lisa Lie.

Weiters auf dem Spielplan steht eine Auseinandersetzung mit den historischen Theaterformen des Roten Wien der 1920er Jahre, die das Performance-Kollektiv FUX sich vorgenommen hat. Das Projekt nennt sich "Frotzler-Fragmente - eine postmonetäre Doppelconference". Hausherr Tomas Schweigen tritt im Anschluss wieder mit "Blei" auf den Plan: Gemeinsam mit Ivna Zic widmet er sich der umkämpften Geschichte des Feldes von Bleiburg.

Den Abschluss der Spielzeit bilden Robert Misik und Milo Rau, die im Rahmen des Projekts "Agora" einen "performativen Diskussionsraum" schaffen wollen, in dem sich Besucher, Experten und Performer über aktuelle politische Fragen austauschen können. Wieder aufgenommen werden die Vorjahres-Produktionen "Imperium" und "Citta del Vaticano". Apropos vergangene Spielzeit: In dieser verzeichnete man laut der kaufmännischen Direktorin Rita Kelemen eine Auslastung von 83 Prozent. Zudem freut man sich auf den gestiegenen Anteil von Besuchern unter 30 Jahren, der sich einer Besucherumfrage zufolge auf nunmehr knapp 50 Prozent beläuft.

Quelle: APA

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