Kunst

"World Press Photo 2016" im WestLicht

Zum 15. Mal sind in der Wiener Fotogalerie WestLicht die besten Pressebilder des vergangenen Jahres zu sehen. Die Schau "World Press Photo 16" versammelt in bewährter Weise ausgezeichnete Blicke durch die Linse, mit denen kleine und große Weltereignisse eingefangen wurden. Ab Freitag steht dabei auch ein Österreicher im Fokus: Der Steirer Christian Walgram gewann die Sport-Kategorie.

"World Press Photo 2016" im WestLicht SN/APA (GEPA/Christian Walgram)/GEP
Christian Walgram siegte mit seinem Bild in der Kategorie Sport.

Der für die Sportbild-Agentur Gepa tätige Fotograf konnte sich mit einer Aufnahme von der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft im US-amerikanischen Beaver Creak durchsetzen. Walgram hat dabei den spektakulären Sturz des Tschechen Ondrej Bank in der Herren-Kombi-Abfahrt eingefangen. Der Preis ist auch eine Premiere, ist Walgram doch der erste Österreicher, der die renommierte Auszeichnung einheimsen konnte.

Das beste Pressefoto des Jahres wiederum hat mit der Flüchtlingsthematik zu tun, die den gesamten Wettbewerb maßgeblich geprägt hat: Der Australier Warren Richardson hat Menschen beim Versuch, die Grenze zwischen Serbien und Ungarn zu überqueren, abgelichtet. Das Schwarz-weiß-Bild mit dem Titel "Hoffnung auf ein neues Leben" zeigt einen Mann, der ein Baby unter einem Stacheldrahtzaun durchreicht. "Bereits als wir das Foto zum ersten Mal sahen, war uns klar, dass es ein wichtiges ist. Es entwickelt eine enorme Kraft durch seine Einfachheit, besonders mit dem Stacheldraht als Symbol", wird Francis Kohn, Vorsitzender der diesjährigen Wettbewerbsjury, in den Presseunterlagen zitiert.

Auch der Russe Sergey Ponomarev hat sich für die "New York Times" der beschwerlichen und gefährlichen Reise der Flüchtlinge angenommen: Für die Aufnahme eines kleinen, überfüllten Bootes, das von einem Mann vor Lesbos durch das Wasser gezogen wird, wurde er mit dem 1. Preis "Fotoserien, Reportagen" prämiert. Eine "Bezwungene Grenze" hielt wiederum Bulent Kilic in seiner türkischen Heimat fest, wo ebenfalls Zäune überwunden wurden. Aber nicht nur die Flucht, auch deren Auslöser fanden sich mannigfaltig abgebildet im Wettbewerb, so etwa der andauernde Konflikt in Syrien.

Wie immer beeindruckend gelangen auch die Aufnahmen in der Kategorie "Natur": So ist beispielsweise eine massive, auf einen Strand zukommende Wolkenfront (Rohan Kelly) ebenso zu sehen, wie ein von Tauchern umgebener Buckelwal (Anuar Patjane Floriuk) oder ein Furcht einflößender Vulkanausbruch (Sergio Tapiro). Das "Tägliche Leben" wurde hingegen von Kevin Frayer in einer chinesischen Fabriksstadt oder anhand spielender Kindern im brasilianischen Amazonasgebiet (Mauricio Lima) eingefangen.

Insgesamt wurden bei "World Press Photo" heuer 42 Fotografen aus 21 Ländern in acht Kategorien ausgezeichnet - wobei sich insgesamt fast 6.000 Menschen beworben haben. Bei der Eröffnung der Ausstellung im WestLicht wird heute, Donnerstag, Abend auch Richardson anwesend sein sowie Sanne Schim van der Loeff von der World Press Photo Foundation. Die Schau in der Wiener Fotogalerie hat bereits Tradition, ist sie dort doch seit Bestehen des Hauses jedes Jahr zu Gast gewesen. Im Vorjahr zog die Präsentation der Bilder rund 23.000 Interessierte in die Westbahnstraße. In weiterer Folge werden die Fotos auch in Innsbruck (26. Oktober bis 20. November im Congress) zu sehen sein.

www.westlicht.com; www.worldpressphoto.org

Quelle: APA

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