Kunst

Zoë im Eurovision Song-Contest-Finale: Angesteckt vom Virus

Der Tag nach dem Aufstieg: Zoë würde auch 2017 und 2018 für Österreich antreten: "Ich bin vom Song-Contest-Virus angesteckt worden", lacht die Wienerin.

Nach den Tränen kam die Freude: Nach dem Aufstieg in das Finale des ESC am Dienstagabend fühlt sich Österreichs Vertreterin Zoë unendlich befreit und will am Samstag beim Finale stolz sein, "egal was da passiert". "Und wenn es nur wenige Punkte sind. Ich hatte so viel Spaß auf der Bühne!"

Am späten Nachmittag vor dem Halbfinale in der Maske hatte sie noch geweint: Da hatten sich alle Schleusen bei Zoë geöffnet. Die Tendenz der Wettbüros hatten der Wienerin zu schaffen gemacht. Die Buchmacher sahen sie nämlich nicht unter den Aufsteigern ins Finale.

"Ich habe den Berg bestiegen"

"Bis zum Finale am Samstag werde ich mich nun nicht mehr mit den Wetten beschäftigen und verrückt machen. Sind eben nur Wettbüros. Das ist mein Vorsatz", strahlte Zoë nach der Pressekonferenz der zehn Aufsteiger weit nach Mitternacht. "Jetzt ist es mir auch egal, wie viele Punkte ich am Samstag bekomme. Ich habe den Berg bestiegen - indem ich die Vorentscheidung in Wien gewonnen und nun das Halbfinale geschafft habe. Ich habe also schon viel erreicht und bin überwältigt von meinen Gefühlen. Und überglücklich, dass ich noch einmal drei Minuten auf dieser tollen Bühne und vor einem Publikum habe, das dir so viel Energie und Liebe schickt", freut sich die 19-Jährige. Und sie resümiert: "Bei meinem Auftritt haben sich offenbar Poesie und Fröhlichkeit gegen den High Tech vieler anderer durchgesetzt."

Ihr Auftritt (feenhafte Robe in Rosé der steirischen Designerin Eva Poleschinski, LED-Animationen mit Blumen, Regenbogen etc.) ändert sich für das Finale nicht. "Zu ihrem Lied würde ja kein Leder-Outfit passen", schmunzelt Zoës Stiefmutter und Kostümberaterin Jasmina, "und es sollte auch nicht zu sehr nach einer Braut aussehen." Auf eine Hochzeit mit Europa hofft man dennoch.

Das genaue Ranking des ersten Semifinales und die Stimmen der Fachjuroren werden zwar noch unter Verschluss gehalten, dem Vernehmen nach wurde Zoë jedoch von Frankreich mit der höchsten Wertung bedacht. Am Samstag wird sie in der zweiten Hälfte des Abends auftreten - sie zog nämlich einen Startplatz im "Second Half". "Das ist gut, oder?", fragt Zoë unsicher in die Runde. Ja, das ist gut!

Österreichs gutes Image bleibt erhalten

ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm hätte es fatal gefunden, "wären wir nach Conchitas Sieg 2014 und unser Gastgeberrolle im Vorjahr wieder von der Bildfläche beim Song Contest verschwunden". So findet er es "fulminant, dass wir unser gutes Image beim Wettbewerb fortsetzen konnten". Die null Punkte der Makemakes wären ja ohnehin durch das Lob an die tolle Organisation in Wien überdeckt worden. 2017 will er womöglich gleich einen Künstler oder eine Künstlerin direkt als Österreichs Vertreter(in) nominieren und dann öffentlich das Lied für ihn/sie suchen.

Zoë euphorisch: "Wenn man mich fragt, würde ich künftig jedes Jahr mitmachen. Ich bin vom ESC-Virus infiziert worden. Das ist wie ein Fieber, du wirst von den Fanclubs vor Ort wie auf einer Welle getragen."

Geht es nach den Wettbüros, steigen folgende zehn Länder beim zweiten Halbfinale am Donnesrtag auf: Ukraine, Australien, Serbien, Lettland, Belgien, Israel, Bulgarien, Lithauen, Polen und Georgien.

Quelle: SN

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