Kunst

Zucchero kommt mit "Black Cat Tour" nach Österreich

Blues, Rock, Gospel, Pop und ein Schuss Italo-Kitsch - niemand mischt diese Zutaten besser als Zucchero.

Zucchero kommt mit "Black Cat Tour" nach Österreich SN/APA (AFP)/FRANCK FIFE
Der vielseitige Sänger wird am Sonntag 61 Jahre alt.

Der Süden der USA hat seine neue Platte "Black Cat" und die gleichnamige Tournee inspiriert. "Ich bin fasziniert von dieser Welt, in der sich Kulturen vermengen", sagte der italienische Musiker anlässlich eines Rekordgastspiels in Verona. Ab 2. Oktober zieht Zucchero durch Österreich.

Elf Mal wird der Sänger, Multiinstrumentalist und Songschreiber, der am heutigen Sonntag seinen 61. Geburtstag feiert, die Arena die Verona bis zum 28. September gefüllt haben - eine Bestleistung. Die mindestens 130.000 Besucher bekommen ein Bombastkonzert geboten, was Länge (täglich 33 Songs), Dekoration und Sound betrifft. 13 hochkarätige Musiker, darunter die britische Hammond-Orgel-Legende Brian Auger, teilen sich diesmal die üppige Bühne mit Zucchero.

"Diese Show ist definitiv anders als meine vorangegangene Tournee, die damals von kubanischen Einflüssen geprägt war und sich direkt aus einem Konzert in Havanna ergeben hatte", erzählte Zucchero im Interview mit der APA in Verona. "Jetzt bin ich zurück zu meinen Wurzeln, also mehr in Richtung Rhythm and Blues. Der Sound basiert auf meinem aktuellen Album 'Black Cat', das ich fast komplett live bringe. Aber auch meine alten Hits habe ich so arrangiert, damit alles zusammenpasst."

Ein riesiges Herz pocht beim Opener "Partigiano reggiano" über Zucchero, später verwandelt es sich in eine Videowall, flankiert von einem überdimensionalen Vintage-Mikrofon. Der Frontman - mit Hut und in Fransenjacke - singt kräftig Rock ("L'anno dell'amore") und gekonnt Blues ("Ti voglio sporsare"), erinnert mit dem eindringlichen "Ten More Days" an Johnny Cash, setzt mit der stimmgewaltigen Backgroundsängerin Tonya Boyd Cannon zum Gospel an ("Hey Lord") und streut dazwischen die eine oder andere Edelschnulze ein ("Terra incognita").

"Die Bühne und die Videoeinspielungen erinnern an den Süden Amerikas", betonte Zucchero. "Wie sich dort die afrikanische Kultur mit der karibischen und europäischen sowie mit Tex-Mex mischt, ist beeindruckend." So beeindruckend, dass der Musiker mit "Black Cat" intensiver in das Lebensgefühl von New Orleans oder Memphis eintauchen wollte: "Wir wissen alle, dass Voodoo keine gute Sache ist. Aber das mit dem Mojo hat schon was. Ich bin nicht sehr spirituell, aber auch nicht sehr profan. Ich stehe zwischen Weihwasser und Teufel. Das ist doch viel spannender."

Und er hat eine beeindruckende Tour-Band zusammengestellt: Für den Rhythmus etwa sorgt Queen Cora Dunham, einst für Prince an den Drums, zur Bläsersektion gehört der Kubaner Lazaro Amauri Oviedo Dilout und Kat Dyson (ehemals in Prince' New Power Generation) brilliert an der Gitarre. "Diesmal habe ich auch eine Violinistin aus West Virginia dabei, Andrea Whitt, eine echte Country-Fiedel", schmunzelte Zucchero. "Da ist meine beste Band bisher." Immer wieder lässt der Maestro seine Mitstreiter beim Konzert solieren, jammen und Genre-Grenzen überschreiten, sogar ein Jazz-Intermezzo findet Platz. Hier wird geklotzt und nicht gekleckert.

Nach Österreich kommt Zucchero im Oktober, für insgesamt fünf Konzerte. "Ich fühlte mich hier immer geliebt", sagte der "Vater des italienischen Blues" der APA vor einem Auftritt in Verona. "Nach alle den Jahren und in meinem Alter will ich nicht mehr dem folgen, was gerade im Radio angesagt ist, sondern frei sein", sagte Zucchero, der seiner Muttersprache treu bleibt. Eine Sprachbarriere gebe es nicht: "In den 60er-Jahren hat niemand in Italien verstanden, was all die englischen und amerikanischen Rockbands gesungen haben. Trotzdem landeten sie Hits. Es ist die Musik, die spricht."

Beim Konzert wurden die aktuellen Songs jedenfalls von den Fans genauso gefeiert wie die alten Hits. Ein besonderer Moment passiere stets bei "Ci si arrende", wenn Zucchero nach dem rockigen Einstieg mit dieser Ballade etwas Platz zum Durchatmen bietet. "Da beginnen die Leute mitten im Lied zu klatschen. Immer. Da geht etwas in den Menschen vor. Der Song macht seinen Job", schmunzelte der Italostar.

Auf Österreich freut sich Zucchero: "Ich liebe das Essen, besonders Wiener Schnitzel", lachte er. "Aber wirklich, ich mag Österreich. Noch bevor ich ein erfolgreicher Künstler wurde, bin ich mit der Familie und Freunden um die Weihnachtszeit stets nach Wien gereist. Ich verbinde Österreich immer mit Winter."

SERVICE - Zucchero in Österreich: 2.10. Messehalle Dornbirn, 4.10. Stadthalle Wien, 5.10. Olympiahalle Innsbruck, 7.10. Salzburgarena, 9.10. Stadthalle Graz. Es gibt noch Karten, Infos unter: www.barracudamusic.at

Quelle: APA

Aufgerufen am 17.11.2018 um 12:58 auf https://www.sn.at/kultur/kunst/zucchero-kommt-mit-black-cat-tour-nach-oesterreich-1033228

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