Kultur

Landesmutter wurde zum Mythos

Weg mit der Folter, her mit der Schulpflicht - Österreich hat Maria Theresia viel zu verdanken.

Übermutter des Kaiserreiches: Maria Theresia in Witwentracht, Aquarell auf Elfenbein, anonym, um 1770.  SN/önb
Übermutter des Kaiserreiches: Maria Theresia in Witwentracht, Aquarell auf Elfenbein, anonym, um 1770.

Wenn die Nationalbibliothek zu Ausstellungen lädt, kann man sich drauf verlassen, dass man Dokumente, Briefe und Bücher zum jeweiligen Thema zu sehen bekommt, die sonst im Safe schlummern. Auch zum 300. Geburtstag von Maria Theresia wurden die Schätze durchforstet, um das reichhaltig nachwirkende Leben der Monarchin mit rund 160 Bildern, Druckwerken und Handschriften anschaulich zu dokumentieren. Das macht die Schau im Prunksaal so authentisch, man kommt der "Kaiserin" (den Kaiser-Titel trug eigentlich ihr Gatte Franz Stephan von Lothringen) wirklich nahe, als Ehefrau und Mutter, strenggläubiger Katholikin, Reformerin von Armee, Staat und Gesellschaft - und Sängerin, die in Jugendjahren gern auch in Opern auftrat. Dass der sechsjährige Salzburger Mozart laut seinem Vater Leopold beim Schönbrunn-Besuch der "Kaiserin" auf den Schoß sprang und sie abbusselte, gehört zum Anekdotenschatz. Allerdings sprach sich die sittenstrenge Frau gegen eine Anstellung des Junggenies am Mailänder Hof aus.

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