Literatur

Birk Meinhardt: Brüder und Schwestern

Der neue Roman beginnt mit dem Sturz der Mauer und dem Zusammenbruch der DDR. Jetzt werden die Karten neu gemischt.

„Brüder und Schwestern“. SN/hanser
„Brüder und Schwestern“.

Birk Meinhardt ist tatsächlich so etwas wie der große deutsche Roman gelungen. Das ist der zweite Band über die Werchow-Kinder, die aus Thüringen stammen und in der DDR aufgewachsen sind. Der eine hat sich angepasst, eine stört als Dissidentin die familiäre Harmonie, ein anderer hält sich raus, versucht unbehelligt durch sein Leben zu kommen. Mit dem Sturz der Mauer werden die Menschen, die sich umorientieren müssen, nicht so leicht fertig. Es gibt keine Phase der Umgewöhnung, es wird erwartet, dass jeder sofort zum neuen Bundesbürger mutiert. Was den einen überraschend gut gelingt, stürzt andere ins Unglück und in Depression. Die Zeitumstände prägen einen, richten jeden zu, und wer nicht mitmacht, fliegt raus. Das war im Sozialismus nicht anders als im Kapitalismus, nur haben sich die Forderungen geändert. Die wirtschaftliche Killer-Mentalität muss erst erlernt werden, das produziert Gewinner und Verlierer.

Lesen Sie den ganzen Artikel mit dem SN-Digitalabo Sie sind bereits Digitalabonnent?

Abo Icon Digital

Digitalabo gratis testen

Testen Sie jetzt das Digitalabo der SN 7 Tage lang kostenlos und unverbindlich.

Digitalabo weiter testen

Ihr 7 Tage Testabo ist bereits abgelaufen. Jetzt verlängern und weitere 30 Tage kostenlos testen.

Aufgerufen am 17.07.2018 um 06:39 auf https://www.sn.at/kultur/literatur/birk-meinhardt-brueder-und-schwestern-31721104