Literatur

"Buch Wien" wegen steigender Infektionszahlen doch abgesagt

Noch zu Beginn der vorigen Woche zeigten sich die Veranstalter der heimischen Buchmesse "Buch Wien" optimistisch, die heurige Ausgabe (11. bis 15. November) abhalten zu können. Kommende Woche hätte ein Präventionskonzept vorgestellt werden sollen. Nun hat der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels die Messe - ausgerechnet am Tag der Bekanntgabe des "Schutzschirms" für Veranstaltungen - jedoch abgesagt.

"Diese Entscheidung beruht auf der aktuell ansteigenden Zahl von Corona-Erkrankungen in Österreich, den Prognosen für den Herbst und den daraus folgenden Gegenmaßnahmen, die eine Umsetzung im November weitgehend unplanbar machen", heißt es in einer Aussendung vom Freitag. Vor allem die Reisewarnungen seitens Deutschlands und der Schweiz (30 Prozent der teilnehmenden Aussteller und Autoren stammen aus diesen beiden Ländern) "erschweren eine Durchführung und verringern das Angebot" an ausstellenden Verlagen und Autoren. Viele internationale Gäste hätten ihre Beteiligung abgesagt.

"Die konkrete Umsetzungsplanung der heurigen Buch Wien hat während des Corona-Zeitraums begonnen, uns war die besondere Herausforderung einer Durchführung und das damit einhergehende Risiko bewusst. Das Vertrauen der Aussteller und Fördergeber war bis zuletzt vorhanden, alle Sicherheitsvorkehrungen wurden getroffen und ein umfassendes Präventionskonzept erarbeitet", erläutert Benedikt Föger, Präsident des Hauptverbandes.

"Wir schätzen die Verantwortung, die die Buch Wien auf sich genommen hat, die Entscheidung zur Absage nicht auf eine Behördenentscheidung abzuschieben, sondern von sich aus zu treffen", reagierten die IG Autorinnen Autoren in einer Aussendung. Der Verlust der letzten noch möglichen deutschsprachigen Buchmesse im heurigen Jahr sei dennoch "entsetzlich". Kleinere Buchausstellungen in Österreich würden in aller Regel nicht unter die Messe-Ausnahmeregelung fallen und daher schon an der 10 Personen-Grenze für Besucher ohne fixen Sitzplatz scheitern.

Mit der Absage der Messe würden auch zahlreiche Leseauftritte entfallen. "Es gehen also nicht nur die Ausstellung der Bücher, der Buchverkauf und die Medienpräsenz, sondern zudem viele honorierte Auftritte von Autorinnen und Autoren und vor allem Publikumskontakte und Literaturprogramme verloren", so die Interessensvertretung. "Es muss alles getan werden, um das jetzige Vakuum zu überbrücken und die Verbindung zwischen dem Lesepublikum und dem Buchangebot zu halten und den Zusammenbruch des Buchmarktes zu verhindern", so Geschäftsführer Gerhard Ruiss abschließend.

Auch Sandra Csillag, Geschäftsführerin der Literar Mechana, hob die Bedeutung der Messe-Absage für Autoren hervor. Diese würden auch die Begegnung und den direkten Austausch mit ihren Lesern brauchen.

Quelle: APA

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