Literatur

Cornelius Hell über den Roman "Phantome"

Ein Mann weint tränenlos: Ein Roman voller Geschichten schildert Krieg, Flucht und die heutigen Folgen.

 SN/ullstein fünf

Wenn österreichische Romane nicht in der Heimat spielen, dann können ihnen die Schauplätze nicht weit genug entfernt sein. Kärnten oder Indien: das ist die Alternative bei Josef Winkler. Auch exotische, fast unentdeckte Orte stehen hoch im Kurs - dafür sind Raoul Schrott und Christoph Ransmayr zuständig. Andere Prosabände suchen Weltstädte wie New York oder London auf. Auf der Strecke bleiben die Nachbarländer, und auch über ein Vierteljahrhundert nach dem Fall des Eisernen Vorhangs finden die ehemals kommunistischen Länder kaum Eingang in österreichische Romane. Wir haben zwar Karl-Markus Gauß und Martin Pollack als literarische Sonden im europäischen Osten, aber die fiktionale Prosa hat diese Region nicht im Blick; Ausnahmen wie der Roman "Die große Freiheit des Ferenc Puskás" von Evelyn Schlag sind schnell aufgezählt. Erst in den letzten Jahren haben jüngere Autorinnen wie Cordula Simon ("Der potemkinsche Hund", 2012), Katharina Johanna Ferner ("Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste", 2015) oder Verena Mermer ("Die Stimme über den Dächern", 2016) ihre Romane in dieser Weltgegend angesiedelt.

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Aufgerufen am 21.02.2018 um 08:12 auf https://www.sn.at/kultur/literatur/cornelius-hell-ueber-den-roman-phantome-24033622