Literatur

John Burnside: Ashland & Vine

Ein Buch, das einem Amerika erklären kann. Die Verwerfungen, die Widersprüche, die Konflikte, die das 20. Jahrhundert ausmachten, sie kommen in einem Roman zur Sprache, der das Allgemeine der großen Geschichte auf das Leben von Menschen anwendet.

„Ashland & Vine“, der neue Roman von John Burnside. SN/knaus
„Ashland & Vine“, der neue Roman von John Burnside.

Was bedeutet es für eine Familie, wenn der Vater sich im Jahr 1935 gegen die Rassentrennung einsetzt und sich damit gegen einen gesellschaftlichen Konsens stellt? Er wird ermordet, aber der Fall wird von offizieller Seite umgedeutet in die Geschichte einer privaten Rache. Jean Louise, die Tochter dieses Mannes, trifft auf die Studentin Kate, die alkoholabhängig ihr Leben nicht im Griff hat. Die beiden lassen sich aufeinander ein, fassen Vertrauen zueinander. So geht Kate auf den Deal ein, so lange dem Alkohol abzuschwören, bis Jean Louise ihr ihre Geschichte erzählt hat. So kommt ein Crashkurs in amerikanischer Geschichte zustande mit den Stationen Black-Panther-Bewegung, Vietnamkrieg und Kalter Krieg. Ein sehr starkes Epos mit enormer erzählerischer Kraft.

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