Literatur

Kerr, Pfister und Cooper - die SN-Buchtipps

SN-Redakteur Anton Thuswaldner hat für Sie die Büchertipps der Woche zusammengestellt.

Die Buchtipps der Woche. SN/apa (dpa/symbolbild)
Die Buchtipps der Woche.

Alfred Kerr: Was ist der Mensch in Berlin? Briefe eines europäischen Flaneurs. Hg. von Deborah Vietor-Engländer. Mit einem Nachwort von Günther Rühle. Geb., 375 S. Aufbau, Berlin 2017.

Alfred Kerr (1867-1948) war einer der einflussreichsten Kritiker seiner Zeit. Er konnte besser schreiben als die meisten der Autoren, zu denen er sich äußerte, durch die Intelligenz und den scharfen Witz bestechen seine Arbeiten noch heute. Ein Glücksfall, dass es jetzt Texte zu lesen gibt, die er zwischen 1895 und 1900 für die "Breslauer Zeitung" verfasst hat. Mit zwanzig Jahren war Kerr von Breslau nach Berlin gekommen, wo er sich schnell heimisch fühlte. Nachdem 1933 die Nazis seine Bücher öffentlich verbrannten, floh er nach London. Kerr ging mit offenen Augen durch die Stadt. Die politischen Verhältnisse interessieren ihn ebenso wie die gewöhnlichen Zustände des Alltags. Im Juli 1896 macht ihm die Hitze zu schaffen: "Um Berlin in seiner jetzigen Verfassung zu malen, müsste man den göttlichen Dante Alighieri bemühen, welcher die Hölle und das Fegefeuer zu schildern wusste. Wesentlich wärmer wird es dort nicht gewesen sein, aber wahrscheinlich war die Luft besser."

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