Literatur

Kitamura, Johnson, Bohrer - die SN-Buchtipps

Der SN-Literaturexperte Anton Thuswaldner hat wieder seine Buchtipps der Woche zusammengestellt.

Symbolbild. SN/apa (dpa)
Symbolbild.

Katie Kitamura: Trennung. Roman. Aus dem Englischen von Kethrin Razum. Geb., 255 S. Hanser, München.

Was wissen wir eigentlich von den Menschen, mit denen wir Tag für Tag zusammenleben? Es ist eine Illusion zu meinen, wir wüssten über deren Innenleben Bescheid. Jeder hat seine Abgründe, in die er niemand blicken lässt. Und das geht ganz in Ordnung so, Menschen sind keine Maschinen, die berechenbar sind und nach Plan funktionieren. Als eine junge Frau nach Griechenland reist, wo sich angeblich ihr Mann aufhält, von dem sie sich trennen will, macht sie die Erfahrung, dass sie sich auf der Suche nach einem Fremden befindet. In der Ferne, weit weg von den Gewohnheiten, die man am Anderen so gut kennt, stellt sie zu ihrem eigenen Erstaunen fest, dass ihr ihr Mann zunehmend rätselhafter erscheint. Er ist unauffindbar, im Hotel, wo er sich eigentlich aufhalten sollte, ist er nicht anzutreffen. Also beginnt die Frau nachzudenken über ihre Beziehung, was sie zusammengehalten hat und was sie Verbindliches aus seinem Leben zu berichten weiß. Katie Kitamura, 1979 in Kalifornien geboren, interessiert sich für jene Winkel in Beziehungen, in die niemand hineinzublicken vermag.

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