Literatur

Nur eine Österreicherin beim heurigen Bachmann-Wettlesen

Die 1990 in Wien geborene Raphaela Edelbauer wird beim Wettlesen um den 42. Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt die einzige Teilnehmerin aus Österreich sein. Im weiteren Starterfeld befinden sich neun Literaten aus Deutschland, zwei aus der Schweiz und je eine Autorin aus der Türkei bzw. aus der Ukraine. Mit je sieben Frauen und Männern herrscht Geschlechterparität.

Raphaela Edelbauer gewann heuer den Rauriser Literaturpreis, im Bild mit Förderpreisträger Florian Gantner bei der Preisverleihung im Gasthaus Grimming in Rauris.  SN/lmz/neumayr
Raphaela Edelbauer gewann heuer den Rauriser Literaturpreis, im Bild mit Förderpreisträger Florian Gantner bei der Preisverleihung im Gasthaus Grimming in Rauris.

Am Montag wurden in Klagenfurt vor Journalisten Namen und Neuerungen für die Tage der deutschsprachigen Literatur präsentiert. Am 4. Juli wird der Bewerb mit der 19. Klagenfurter Rede zur Literatur eröffnet. Die Ansprache hält dieses Mal Feridun Zaimoglu - er gewann 2003 in Klagenfurt den Preis der Jury. Zaimoglu widmet sich dem "Wert der Worte" und wird dabei live via Facebook zu sehen sein. Der Bewerb wird wieder via 3sat live übertragen und über den Deutschlandfunk gesendet. Die Reihenfolge der Lesungen wird am Eröffnungsabend ausgelost. Bis Samstag, 7. Juli, finden dann die Lesungen statt, am Sonntag (8. Juli) folgt die Preisvergabe.

Vergeben werden der mit 25.000 Euro dotierte Bachmann-Preis der Stadt Klagenfurt und mittlerweile vier weitere Preise: Der Deutschlandfunk-Preis (12.500 Euro), der Kelag-Preis (10.000 Euro), der 3sat-Preis (7.500 Euro) und der BKS-Bank-Publikumspreis (7.000 Euro) mit dem Stadtschreiber-Stipendium (5.000 Euro).

Einzige österreichische Anwärterin auf den Bachmann- wie auch die weiteren zu erringenden Preise ist Raphaela Edelbauer. Die 1990 in Wien geborene Schriftstellerin studierte Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst und Philosophie an der Universität Wien. Im Februar gewann sie den Rauriser Literaturpreis für ihr Prosadebüt "Entdecker. Eine Poetik.". In Wien lebt mit der aus der Ukraine stammenden Tanja Maljartschuk noch eine weitere Teilnehmerin am Bachmann-Wettlesen.

Die meisten Autoren kommen aber aus Deutschland. Der bekannteste unter ihnen dürfte der - wie viele andere Teilnehmer - in Berlin lebende Bov Bjerg sein. Weitere Schriftsteller aus Deutschland sind Stephan Groetzner, Joshua Groß, Ally Klein, Stephan Lohse, Lennardt Loß, Anselm Neft, Jakob Nolte und Corinna T. Sievers, außerdem die aus der Türkei stammende und in Leipzig wohnhafte Özlem Özgül Dündar. Aus der Schweiz nehmen Martina Clavadetscher und Anna Stern teil. Organisator Horst Ebner: "Es sind arrivierte Autoren dabei, aber auch unbeschriebene Blätter, das macht Klagenfurt aus."

In der Jury unter Vorsitz von Hubert Winkels gibt es wie schon bekannt neue Gesichter: Nora Gomringer, Bachmann-Preisträgerin aus dem Jahr 2015, und Literaturkritikerin Insa Wilke ersetzen Sandra Kegel und Meike Feßmann und kommen zu Stefan Gmünder, Klaus Kastberger, Hildegard E. Keller und Michael Wiederstein hinzu.

Wie jedes Jahr wird versucht, den Bachmann-Bewerb in die Stadt Klagenfurt "hineinzutragen". Dazu gibt es ein Public-Viewing und weitere Veranstaltungen im Lendhafen, die "Kritik der Kritik" abends nach den Lesungen im "Magdas Lokal", weitere Ausstellungen und Lesungen. In der Innenstadt werden wieder Zitate-Transparente aufgehängt und Liegestühle aufgestellt. Letztere tragen dieses Jahr das Ingeborg-Bachmann-Zitat "Alles ist eine Frage der Sprache" aus "Das dreißigste Jahr".

Quelle: APA

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