Literatur

Österreich mit 80 Ausstellern auf Frankfurter Buchmesse

Österreich ist auf der Frankfurter Buchmesse mit 80 Ausstellern vertreten, die Steiermark traditionell mit einer eigenen Delegation von Kulturlandesrat Christopher Drexler (ÖVP). Mit dabei einige steirische Autoren wie Thomas Raab, Katharina Pressler oder Harald Darer, die am Stand der IG Autoren Autorinnen aus ihren Neuerscheinungen lasen.

Handke darf in Frankfurt nicht fehlen SN/APA/PETER KOLB
Handke darf in Frankfurt nicht fehlen

Außenminister Alexander Schallenberg war bei der Eröffnung des österreichischen Gemeinschaftsstandes kurzfristig verhindert, an seiner statt sagte der aus Berlin angereiste Botschafter Peter Gruber: "Als österreichischer Botschafter in Deutschland hat man ein gutes Leben, wenn es um Bücher und Literatur geht, da ist man auch in Deutschland eine Großmacht". Kulturlandesrat Drexler, der die Stände von steirischen Verlagen wie Stocker, Styria oder Droschl besuchte, sprach von der Frankfurter Buchmesse als einer "Reizüberflutung im positivsten Sinne". Am Droschl-Stand sei auch bei der Buchmesse 2018 die Anregung für die Skulptur zu einem Literaturpreis der Steiermark entstanden.

"Steirische Autoren" entpuppte sich bei der Messe als weit gefasst - Studienzeit in Graz oder Lebensjahre in der Landeshauptstadt genügten. In diesem Sinne hätte die Steiermark ja auch zwei Nobelpreisträger, scherzte Kulturlandesrat Drexler in Anspielung auf Elfriede Jelinkes Geburtsort Mürzzuschlag oder Peter Handkes Zugehörigkeit zur Grazer Gruppe. Apropos Handke: Die zahlreich vertretenen österreichischen Verlage, die Werke von Handke im Programm haben wie etwa Jung und Jung aus Salzburg, haben ihre Stände prominent mit Porträt-Plakaten des in Paris lebenden Kärntners hervorgehoben - wie auch die deutschen Verlagshäuser.

Thomas Raab und der Grazer Mario Hladicz stellten im Duo am IG Autorinnen Autoren-Stand ihre Neuerscheinungen vor - wobei Raabs "Bobophon" (mit Zeichnungen von Christian Wallner) erst im Frühjahr 2020 auf den Buchmarkt kommt. Raabs "Fabeln" kreisen um wirtschafts-, literatur- und forschungsschaffende Bobos, von denen man den amüsierten Eindruck gewinnt, sie würden ihr Nischen-Spezialistentum am liebsten rund um die Uhr auch noch selbst mit einem Babyphon betrachten.

Hladicz stellte sein in zehn Jahren gesammeltes "Die Dauer der Scham" vor - im ersten Teil etwas ausgedehnte skurrile Aphorismen bis echt kurze Kurzgeschichten, im zweiten Teil Essays. Nach seinem Band "Gedichte zwischen Uhr und Bett" mäandriert der 1984 geborene Grazer in den Schamgeschichten alltags-aufmerksam zwischen verschiedensten Themen. Die steirische Landehauptstadt hielten Raab und Hladicz im Gespräch für guten Boden für Literatur, "wegen der vielen Möglichkeiten" (Hladicz). Auch, wenn sich Raab mittlerweile örtlich Richtung Wien verändern musste: "Je größer der Spinner, desto größer die Stadt".

Die aus Wolfsberg in Kärnten stammende Katharina Pressl las aus ihrem ersten Roman "Andere Sorgen" (Residenz), einer Bereitschaft zum Aufbruch im Altersheim. Harald Darer, gebürtiger Mürzzuschlager, stellte mit ihr im Diskussions-Duo seinen "Blaumann" (Picus) vor - eine Abhandlung über seine Lehrzeit in den rauen Betrieben der Obersteiermark, mit anderen Wirklichkeiten: "Bei drei Bier war man der Fahrer".

Die zahlreichen Diskussionen, Buchvorstellungen und Lesungen werden auf der Frankfurter Buchmesse von verschiedenen Webradios und Streamingdiensten übertragen oder sind als Podcasts abrufbar, wie etwa über detektor.fm oder auch www.literadio.org, die die Lesungen von Raab, Hladicz, Pressl und Darer on air brachten. Literadio ist aus einem Kooperationsprojekt des Verbandes freier Radios und der IG Autorinnen Autoren entstanden. Letztere sind wie die Wirtschaftskammer mit einem Gemeinschaftsstand vertreten. Gesendet wird bis Sonntag, den Schlusspunkt bildet Verleger und Autor Lojze Wieser mit dem "Geschmack Europas".

Quelle: APA

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