Literatur

Schneider, Smith, Pretterhofer: Die SN-Buchtipps

Anton Thuswaldner hat wieder seine Buchtipps der Woche zusammengestellt.

Symbolbild. SN/apa (dpa)
Symbolbild.

Hansjörg Schneider: Nilpferde unter dem Haus. Erinnerungen, Träume. Tb., 223 S. Diogenes, Zürich.

Was einer des Aufzeichnens für wert befindet, sagt eine Menge über ihn. Der Schweizer Hansjörg Schneider könnte eigentlich ein geruhsames Leben führen, sich auf seine Schreibexistenz zurückführen und sich in Gelassenheit üben. Dann wäre er tatsächlich ein miserabler Autor, denn einer, der nicht hellwach ist und sich um seine Welt um ihn herum kümmert, hat schon verloren. Nicht, dass die großen Ereignisse in Schneiders Biografie eine besondere Rolle sielen würden, aber sein Innenleben ist aufgewühlt und leicht verstörbar. Der Tod spielt eine Rolle, immerhin hatte er Sterbefälle zu verarbeiten von Menschen, die ihm nahestanden. Seine Mutter legte sich im Kohlekeller neben den Gasanzünder, um zu sterben, damals war Schneider, Jahrgang 1938, achtzehn Jahre alt. Und seine Frau hat er durch eine Krebskrankheit verloren: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mensch, der seine Liebe durch Krebs verloren hat, keine Schuldgefühle hat." Es ist aufregend, mit Hansjörg Schneider durch ein Leben zu gehen, das einem selbst fremd ist.

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