Literatur

Villa Rosenthal soll Vorarlberger Literaturhaus werden

Die historische Villa Rosenthal in Hohenems soll ein Literaturhaus werden. Stadt Hohenems und Land Vorarlberg unterstützen den initiierenden Verein "literatur:vorarlberg netzwerk" in Form einer auf drei Jahre ausgelegten Förderung, informierten Kulturlandesrat Christian Bernhard (ÖVP), Bürgermeister Dieter Egger (FPÖ) und die für die Konzeption verantwortliche Frauke Kühn am Freitag.

"literatur:vorarlberg netzwerk", seit Dezember 2018 ein Verein, erhalte für den Aufbau eines Vorarlberger Literaturhauses für heuer von Stadt und Land jeweils 60.000 Euro. Für 2020 und 2021 wurden weitere jeweils 70.000 Euro bzw. 80.000 Euro Förderbeitrag in Aussicht gestellt. "literatur:vorarlberg netzwerk" war als Projekt des Autorenverbands "Literatur Vorarlberg" ins Leben gerufen worden, mit dem Ziel Literaturschaffende, -vermittler und -forschende in der Region stärker miteinander zu vernetzen. Binnen drei Jahren soll nun in einer Weiterentwicklung "ein Literaturhaus modernen Zuschnitts mit kooperativem Charakter für die Literaturlandschaft Vorarlberg entstehen", so Kulturlandesrat Bernhard.

Neben der Fortführung bereits bestehender Projekte des Netzwerks wolle man verstärkt junge Autoren fördern, erfahrene Schreibende beraten und international vernetzen sowie neue Ansätze wagen, etwa mit Themen wie Literatur im analogen und virtuellem Raum sowie dem Genre der Graphic Novel. "Wir verstehen ein künftiges Literaturhaus Vorarlberg als ein kooperierendes Haus, das Raum für Experimente anbietet, um neue Formate, Technologien und Methoden in die Praxis umzusetzen und somit lebendige Zugänge zur Literatur für ein breites Publikum entstehen zu lassen", betonte Frauke Kühn.

Der Stadt Hohenems sei es ein großes Anliegen, eine öffentliche und kulturell wertvolle Einrichtung in der Villa unterzubringen, erklärte Bürgermeister Egger. Diese Kulturinstitution sollte "lebendig sein" und "eine Strahlkraft in der Region und über unsere Landesgrenzen hinaus entfalten". Projektentwickler Markus Schadenbauer erklärte, das Literaturhaus sei eine ideale kulturelle Ergänzung im Jüdischen Viertel und ein wesentlicher Baustein in dem zu entwickelnden Areal.

Die ehemals stattliche Gründerzeitvilla, um 1890 von der jüdischen Fabrikantenfamilie Franziska und Iwan Rosenthal in ihre heutige Grundform umgewandelt, befindet sich auf einem rund 9.000 Quadratmeter großen Areal zentral direkt am Eingang zur Marktstraße und zum Jüdischen Viertel. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude war jahrelang ungenutzt. Die Villa soll laut dem Revitalisierungskonzept der Projektentwickler Schadenbauer - Swiss Town Consult nun renoviert werden, ein Teil des Areals soll als Park öffentlich zugänglich bleiben. Schadenbauer hat langjährige Erfahrung in der Entwicklung denkmalgeschützter Objekte in der Hohenemser Innenstadt.

Quelle: APA

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