Literatur

Was ein Festmahl alles verrät

Frühstück mit dem Papst, ein Imbiss bei Elvis: Menükarten erzählen viel von der Weltgeschichte.

Symbolbild. SN/stock.adobe.com
Symbolbild.

Als Nachspeise gab es überreife Birnen mit kandierten Mandeln und Gewürze mit Konfekt. Dazu wurden parfümierte Blumensträußchen gereicht. Einen duftigen Ausklang hatte also das Silvesteressen, das Bartolomeo Scappi im 16. Jahrhundert als "Imbiss für den letzten Tag des Jahres" komponierte. Das Wörtchen Imbiss war allerdings untertrieben. Wer es bis zum Konfekt schaffte, hatte davor schon von den Öhrchen mit Mandelgelee, dem einheimischen Pfau am Spieß, den geschmorten Disteln oder den gepökelten Ochsenzungen gekostet. Die Renaissance war auch kulinarisch ein blühendes Zeitalter, und Scappi war einer der berühmten Kochkünstler der Epoche. Rund 40 Kreationen von der Sülze aus Kalbsfüßen im Glas bis zum gezuckerten Milchschaum umfasste sein Menüplan für einen unbeschwerten Jahreswechsel.

7 Tage lang kostenlos und unverbindlich.

Ihr 7-Tage-Test ist bereits abgelaufen. Lesen Sie jetzt weitere 30 Tage kostenlos.

Mehr Infos

Sie sind bereits Digitalabonnent?

Aufgerufen am 22.02.2019 um 09:10 auf https://www.sn.at/kultur/literatur/was-ein-festmahl-alles-verraet-62891434