Kultur

Louvre Abu Dhabi soll am 11. November eröffnet werden

Nach mehrjähriger Verzögerung soll die Dependance des Louvre in Abu Dhabi nun am 11. November eröffnet werden. Ausgestellt würden dort "außergewöhnliche Schätze, die eine Momentaufnahme der Kreativität der Menschheit" darstellten, sagte der Direktor des Louvre Abu Dhabi, Manuel Rabate, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Abu Dhabi. Der Startschuss zum Projekt war vor zehn Jahren gefallen.

Das Museum bietet 23 Galerien für die Dauerausstellungen.  SN/APA (AFP)/KARIM SAHIB
Das Museum bietet 23 Galerien für die Dauerausstellungen.

Das vom französischen Stararchitekten Jean Nouvel entworfene Museum mit einem 180 Meter breiten Kuppeldach aus nahezu 8.000 Metallsternen, 23 Galerien für die Dauerausstellung, Räumen für Wechselausstellungen, einem Museum für Kinder und einem Bildungszentrum, hätte bereits 2012 eröffnen sollen, doch aufgrund wirtschaftlicher und politischer Probleme wurde der Termin mehrmals verschoben. "Eine Architektur, die ihre Schätze schützt", nannte Nouvel in den Presseunterlagen seinen Museumsbau. "Es ist eine Hommage an die arabische Stadt, an ihre Poesie in Geometrie und Licht, und unter der großen Kuppel ist es eine Beschwörung der Zeitlichkeiten, die unerbittlich die Stunden, Tage, und das Vergehen unseres Lebens unterstreicht."

Französische Experten halfen, die Sammlung des 24.000 Quadratmeter großen Hauses auf der Insel Saadiyat aufzubauen, wo sich künftig auch das von Norman Foster designte Zayed National Museum und das von Frank Gehry geplante Guggenheim Abu Dhabi befinden sollen. Es habe keine Restriktionen für die Zusammenstellung der Sammlung gegeben, betonte Jean-Francois Charnier, wissenschaftlicher Leiter von Agence France-Museums. "Das Ziel ist es zu zeigen, dass es in der Menschheitsgeschichte mehr Verbindungen und Brücken als Mauern gibt."

600 Kunstwerke von der Prähistorie bis in die Gegenwart wurden bisher erworben. Kunstwerke verschiedener Religionen (darunter eine Madonna von Giovanni Bellini aus dem 15. Jahrhundert) seien ebenso darunter wie Nacktdarstellungen. Unter den Meisterwerken befinden sich Bilder von Paul Gauguin, Pablo Picasso und Cy Twombly.

Ein Abkommen zwischen den Regierungen von Abu Dhabi und Frankreich sieht nicht nur vor, dass das Museum den Namen Louvre über einen Zeitraum von 30 Jahren und 6 Monaten führen darf, sondern sorgt auch für einen regen Leihverkehr: 300 Leihgaben aus 13 führenden französischen Kunsteinrichtungen sollen gemeinsam mit der eigenen Sammlung ausgestellt werden. Highlights dabei sind ein Werk Leonardo da Vincis aus dem Louvre, ein Selbstporträt von Vincent van Gogh aus dem Musee d'Orsay und eine Skulptur Alberto Giacomettis aus dem Centre Pompidou.

Die Sonderausstellung zur Eröffnung mit dem Titel "From One Louvre to Another: opening a museum for everyone" ist erst ab dem 21. Dezember öffentlich zugänglich und zeichnet die Geschichte des Pariser Musee du Louvre nach. "In Zeiten, in denen die Kultur attackiert wird, ist das unsere gemeinsame Antwort", sagte Frankreichs Kulturministerin Francoise Nyssen. Louvre-Präsident Jean-Luc Martinez sprach von einem "universellen Charakter", den das Museum in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate versprühen werde.

Der Kronprinz von Abu Dhabi, Mohammed bin Said, rühmte das Museum auf Twitter als "eine Wiege für Kunst und Kultur". Für das reiche Golfemirat ist das Museum ein Prestigeobjekt. Kritiker monieren, das Emirat gebe zwar viel Geld für ausländische Werke aus, fördere aber einheimische Künstler kaum. Offizielle Kostenangaben für die Errichtung des Museums wurden nicht verlautbart.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

Aufgerufen am 21.09.2018 um 05:49 auf https://www.sn.at/kultur/louvre-abu-dhabi-soll-am-11-november-eroeffnet-werden-17148163

Schlagzeilen