Kultur

Max-Ophüls-Preis für österreichischen Jugendfilm "Siebzehn"

Österreichische Filme haben beim 38. Max-Ophüls-Filmfestival in Saarbrücken abgeräumt. Der mit 36.000 Euro datierte Max-Ophüls-Preis ging an den Jugendfilm "Siebzehn" der österreichischen Regisseurin und Autorin Monja Art. Hauptdarstellerin Elisabeth Wabitsch wurde als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Der Spielfilm-Publikumspreis ging an Arman T. Riahis "Die Migrantigen".

"Sensibel und entschlossen inszeniert, erzählt dieser wunderbare Film von der ersten oder auch der zweiten Liebe, tiefen Sehnsüchten, der inneren Unsicherheit und der Suche nach der eigenen Identität", lobte die Jury, der unter anderem die Schauspielerin Andrea Sawatzki, Produzent Florian Koerner von Gustorf und der Vorjahressieger, Regisseur und Autor Stephan Richter angehörten, Monja Arts Film. Dieser wurde bereits mit dem Carl-Mayer-Drehbuchpreis im Rahmen der Diagonale 2013 ausgezeichnet und vom ORF im Rahmen des Film-/Fernsehabkommens kofinanziert. Es sei "überaus erstaunlich, dass man diese wiederkehrenden Geschichten vom Erwachsenwerden so erfrischend und emotional mitreißend neu erfinden kann".

Für ihre Rolle als 17-jährige Paula in "Siebzehn", die in Charlotte aus ihrer Klasse verliebt ist, und gleichzeitig von der zügellosen Lilli permanent provoziert wird, Grenzen zu überschreiten, wurde Hauptdarstellerin Elisabeth Wabitsch als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Sie führe in dem Film "auf mitreißende Art und Weise zurück ins jugendliche Chaos aus Hoffnungen, Erwartungen und tiefen Emotionen", hieß es anlässlich ihrer Nominierung. "Das Schönste in einem Film ist, wenn eine Schauspielerin spielt, und alles sagt, ohne dabei sprechen zu müssen", begründete die Jury ihre Auszeichnung. Bester Nachwuchsschauspieler wurde Leonard Kunz für seine Rolle in "Jenny" von Regisseurin Lea Becker (Deutschland 2017).

Der Publikumspreis des Spielfilmwettbewerbs ging an die österreichische Komödie "Die Migrantigen" von Arman T. Riahi, der bei dem Filmfestival seine Weltpremiere feierte und ebenfalls vom ORF kofinanziert wurde. In dem Film täuschen die beiden Wiener mit Migrationshintergrund Marko und Fadi für eine TV-Doku-Serie erfolgreich vor, arbeitslose ehemalige Kleinkriminelle aus den "Ausländerbezirken" Wiens zu sein, bis sich das Blatt wendet und die von ihnen erfundene Wirklichkeit sie einholt.

Mit "Wald der Echos" von Maria Luz Olivares Capelle konnte sich in der Kategorie "Mittellanger Film" ein weiterer Streifen aus Österreich gegen 13 Konkurrenten durchsetzen. Die Jury bezeichnete ihn als "zärtlich-morbiden Genrefilm", der den Zuschauer "mit poetischen Bildern beschenkt und raffiniert Brücken zur bildenden Kunst schlägt".

Das Filmfestival "Max-Ophüls-Preis" (MOP) zählt zu den wichtigsten Foren für Nachwuchsfilmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mehr als 30.000 Besucher schauten die 155 Filme.

Der 38. MOP war erstmals von der Medienwissenschafterin Svenja Böttger geleitet worden. Die 28-jährige Berlinerin hatte ganz bewusst nur an wenigen Stellschrauben des Festivals gedreht. Unverändert blieb der Wettbewerb mit seinen Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm, mittellanger Film und Kurzfilm, ebenso die Konstellationen mit Ehrenpreis und Ehrengast.

Neu waren jedoch die "MOP-Klassiker", die aus 37 Jahren Festivalgeschichte präsentiert wurden, und auch die "MOP-Visionen": Erstmals sollten neue Technologien (Webvideos, Games, 360 Grad, Virtual Reality) die mediale Vielfalt in der Branche abbilden. Am Sonntag endet das Filmfestival mit dem "Kinosonntag", bei dem noch einmal ausgewählte Filme und Siegerfilme gezeigt werden.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 21.09.2018 um 03:50 auf https://www.sn.at/kultur/max-ophuels-preis-fuer-oesterreichischen-jugendfilm-siebzehn-486550

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