Kultur

Medusa hält das Böse fern

Man weiß nicht, wer im Haus in Lauriacum wohnte, damals, im dritten Jahrhundert. Aber die künstlerische Ausgestaltung der sechs Räume im "Haus der Medusa" muss toll gewesen sein.

Wie so oft stand am Beginn ein Bauvorhaben. Der Parkplatz für die Firma Eisenbeiß sollte genau da entstehen, wo einst römisches Gebiet war. Enns in Oberösterreich, das antike Lauriacum, ist allerdings ein verdächtiges Gebiet, wo man bei Grabungen mit Überraschungen rechnen muss. Darüber wacht naturgemäß das Bundesdenkmalamt und ruft sofort Alarm, sollte nur die geringste Spur der Vorfahren auftauchen. So auch dieses Mal, als im Jahr 2000 die Baumaschinen anrückten. Eine Notgrabung der Experten ergab einen reichen Fund, allerdings "zerlegt" in unzählige Einzelteile. Fünf große Blöcke und mehr als 60 Holzkisten ergab die Fragmentsammlung bemalter Decken und Wände, auf welche sich die Archäologen und Restauratoren stürzen konnten. Das Puzzlespiel ging los, sobald die Teile gereinigt und konserviert waren. Und heraus kam immerhin so viel, dass man sich nun sehr gut vorstellen kann, in welch schönem Haus damals der Besitzer - wohl ein hoher Militär - sein Dasein genießen konnte. Die Qualität der Wandmalerei überraschte auch die Experten, zumal die Trümmer fast 2000 Jahre unter der Erde gelegen hatten.

Weiterlesen wenn Sie mehr wissen wollen

7 Tage lang kostenlos und unverbindlich.

Ihr 7-Tage-Test ist bereits abgelaufen. Lesen Sie jetzt weitere 30 Tage kostenlos.

Mehr Infos

Sie sind bereits Digitalabonnent?

Aufgerufen am 23.10.2018 um 06:03 auf https://www.sn.at/kultur/medusa-haelt-das-boese-fern-20729590