Kultur

Minister Drozda und Philharmoniker würdigen Georges Pretre

Als "Meister der musikalischen Intellektualität" und einen, "der es verstand, Emotionalität durch Musik zu erzeugen", würdigte Kulturminister Thomas Drozda den am Mittwoch im Alter von 92 Jahren verstorbenen französischen Dirigenten Georges Pretre. Mit dem Tod des mit Österreich eng verbundenen Stardirigenten verliere die "Musikwelt einen ihrer wichtigsten Vertreter des 20. Jahrhunderts".

Pretre dirigierte Neujahrskonzert 2008 und 2010.  SN/APA (AFP)/Lilli Strauss
Pretre dirigierte Neujahrskonzert 2008 und 2010.

"In allen Musikmetropolen der Welt zu Hause stand er für eine besondere Musiksprache, in der sich europäische Traditionen verbanden. So auch in Wien, wo er seine enge Verbundenheit mit dem Wiener Musikverein, den Wiener Symphonikern und den Wiener Philharmonikern stets pflegte", hieß es am Donnerstag in einer Aussendung.

Letztere waren mit Pretre über fünf Jahrzehnte hinweg verbunden, so Philharmoniker-Vorstand Andreas Großbauer. Bereits im Jahr 1963 gab der Dirigent sein Debüt am Pult des Klangkörpers. Er habe das Orchester "bei jedem unserer gemeinsamen Konzerte herausgefordert". Besonders in Erinnerung blieben die "ausgereiften, wunderbaren Neujahrskonzerte 2008 und 2010" sowie das von Pretre geleitete Sommernachtskonzert in Schönbrunn im Jahr 2008, wie Großbauer hervorhob. 2013 dirigierte der Maestro das Orchester zum letzten Mal. "Mit seinem Charme und seiner Liebenswürdigkeit bezauberte Georges Pretre sowohl uns als auch das Publikum auf einzigartige Weise", so der Philharmoniker-Vorstand.

Als "Klangzauberer ohnegleichen" und "wirklichen Freund unseres Orchesters" bezeichnete der Intendant der Wiener Symphoniker, Johannes Neubert, den am Mittwoch in Frankreich verstorbenen Stardirigenten. Sein Tod wird "eine große Leere hinterlassen", so Staatsoperndirektor Dominique Meyer am Donnerstag in einer Aussendung. Mit beiden Institutionen war der 92-Jährige eng verbunden.

"Ich persönlich behalte die Erinnerung an einen großen Musiker und ewig Junggebliebenen, dessen Enthusiasmus und Wärme niemals verblichen", so Meyer über den Dirigenten, der auch in hohem Alter "unglaubliche Energie und einem großen Enthusiasmus" versprühte. "Uns verband die Liebe zu Wien, einer Stadt, der er sehr verbunden war und über die er stets mit Leidenschaft sprach, denn Georges war ein leidenschaftlicher Mensch", erinnert sich der Staatsoperndirektor.

Quelle: APA

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