Kultur

Mozarts Botschafter ist ausgefallen?

Rolando Villazón ist erkrankt. Also ersetzte Maria João Pires den Tenor.

So war das nicht vorgesehen: Am Tag der Aufführung musste sich Rolando Villazón, der erste Mozart-Botschafter der Salzburger Mozartwoche, von seinem Auftritt mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin indisponiert zurückziehen. Kein Ton war aus seiner Kehle zu vernehmen, dafür war aber - Glück einer Festivalkonstellation - am Mittwoch im Großen Festspielhaus eine andere "Sängerin" zur Stelle: Die portugiesische Meisterpianistin Maria João Pires, die tags zuvor mit dem Scottish Chamber Orchestra unter dem im Gegensatz zu Nézet-Séguin noch einmal acht Jahre jüngeren Robin Ticcati das B-Dur-Klavierkonzert, KV 595, von Mozart musiziert hatte, packte das A-Dur-Stück, KV 488, aus ihrem Reisekoffer und ersetzte den Tenor mit dem ihr eigenen noblen, eleganten, luziden, fein durchgestalteten Ton. Der Dirigent am Pult der Wiener Philharmoniker regulierte das Geschehen mit sicherem, umsichtigem Elan und begleitete nach Kräften mit jener Delikatesse, die die Solistin vorgab. Die konzertante Länge des Abends war gerettet. Die "Wiener" können ihren Mozart auf das Selbstverständlichste, noch Fragen?

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