Musik

Abbamania bringt die Fledermausärmel in die Stadthalle Wien

Wann gab es in den vergangenen Jahrzehnten eine Weltlage, in der es sich mehr angeboten hätte, in eine Zeit aus Plateauschuhen, Fledermausärmeln und Stirnbändern zu entfliehen? Und sei es nur für einen Abend? Diese Möglichkeit bietet am Sonntag (27. März) nach zwei Jahren Verschiebung nun tatsächlich die Retroshow Abbamania in der Wiener Stadthalle.

In der Stadthalle herrscht am Sonntag Schwedenfieber SN/APA/Show Factory
In der Stadthalle herrscht am Sonntag Schwedenfieber

Ursprünglich hatten die Organisatoren geplant, die nach Eigenaussage größte ABBA-Tributeshow der Welt bereits 2020 zum Jubiläum des 1980 erschienenen Erfolgsalbums "Super Trouper" auf die Reise zu schicken. Doch die Coronawellen brachten auch diesen Unterhaltungstanker zum Schwanken. Der Vorteil für ABBA-Fans, die mit der Zeit gehen: In der Zwischenzeit feierten die vier Erfolgsschweden bekanntlich ihr Comeback aus dem Pensionistendasein - und lieferten damit der Show auch neues Futter abseits der altbekannten Hits.

Mit an Bord neben den optisch teils verblüffenden Alter Egos von Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid sind dabei auch einige Musiker, die die Originalband einst begleiteten - und das London Symphonic Sound Orchester, dem der Hamburger Hauke Wendt vorsteht. "Die Lieder sind nicht so einfach gestaltet, wie sie klingen. Wenn man da unter die Haube blickt, merkt man erst, mit wie viel Aufwand und Liebe hier gearbeitet worden ist", so Wendt, der als Allrounder im Musicalbereich nicht nur als Dirigent und Drummer aktiv ist, sondern auch selbst auf der Bühne stand und als Produzent sowie als Geschäftsführer der Musicalschule Ahrensburg tätig ist.

Eine schlüssige Erklärung für das ABBA-Hitrezept hat er dennoch nicht. "Wenn ich die Antwort wüsste, würde ich selbst eine Band machen und keine Tributeshow", lacht Wendt im APA-Gespräch: "Vermutlich ist es die Zeitlosigkeit. Es gibt Bands, deren Musik gealtert ist, und das ist bei ABBA nicht der Fall." Entsprechend limitiert sieht Wendt die Möglichkeit für ihn als Dirigenten, die Interpretation der Nummern allzu stark vom Original wegzubewegen. "Die Freiheit hätte ich, aber ich wäre nicht gut beraten, sie mir zu nehmen. Ich maße mir nicht an, bessere Ideen als Björn und Benny zu haben."

Davon überzeugen können sich alte und neue ABBA-Fans nun in der Wiener Stadthalle am Sonntag. Und wer nicht genug vom Schwedenpop bekommt, für den kehrt "Abbamania" am 25. April 2023 an dieselbe Location zurück.

(S E R V I C E - www.stadthalle.com)

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