Musik

Christoh hüllt Songs in neue Farben

Der Sänger der Salzburger Band Gospel Dating Service ist solo, aber mit vielen Freunden unterwegs.

Christoph Ertl alias Christoh  SN/argekultur/soulcatcher
Christoph Ertl alias Christoh

Sein berühmter Namensverwandter, der Verhüllungskünstler Christo, packte Bauwerke und andere Monumente mit Vorliebe in einfärbige Stoffbahnen ein, um den Blick auf ihre Formen freizulegen. Der Salzburger Christoph Ertl verfolgt eine andere Strategie: Der Stoff, mit dem er arbeitet, heißt Sound. Immer wieder monumental können aber auch die Songs klingen, in die der Salzburger Musiker seine Ideen verpackt.

Dabei beinhaltet sein Künstlername gar keine bewussten Ähnlichkeiten mit jenem des 2020 verstorbenen Verpackungsmeisters. Ein kreativer Tippfehler in einem Reisepass, den er sich einmal ausstellen ließ, sei der Auslöser dafür gewesen, dass er sein Soloprojekt schlicht Christoh genannt habe, sagt Christoph Ertl.

Seit 2019 tüftelt der frühere Sänger der Salzburger Band Gospel Dating Service an seinen eigenen Songs. Nach mehreren Singles hat Christoh nun beim Label Assim Records ein Debüt herausgebracht, für das die Bezeichnung Soloalbum zu kurz greifen würde. Denn obwohl seine prägnante Stimme Christohs strahlkräftiges Markenzeichen als Sänger ist, hat er eine ganze Riege an Gästen in seine Fiakka Studios in Wien eingeladen. Gemeinsam wurden die dreizehn Nummern des Albums "Heavy Heart" in vielfältige Klangfarben gehüllt.

Die Idee, dass man in seinen Songs auch anderen eine Bühne bieten könne, sei in der heimischen Poplandschaft relativ wenig verbreitet, sagt Ertl: "Aber mir sind diese Kooperationen sehr wichtig. Es ist schön, mit vielen verschiedenen Leuten zu arbeiten." Gäste wie Miss Lead, Aunty oder W1ze seien ein fester Teil seines musikalischen Umfelds. Die lange Gästeliste hat auch mit dem Netzwerk zu tun, das er sich seit 2019 aufgebaut hat: Als freischaffender Produzent und Songschreiber betreibt er auch musikalische Verpackungskunst für die Stimmen von Kolleginnen und Kollegen.

Auf Christohs eigenem Debüt wächst aus den verschiedenen Einflüssen ein spannendes Bild: Was äußerlich nach soulig glitzernder Euphorie klingt, gibt immer wieder auch den Blick auf ein diffizileres Innenleben frei. Um Zweifel, Ängste und Wege, mit Ungewissheiten umzugehen, geht es in den Songs. Mit den vergangenen eineinhalb Pandemiejahren habe das aber nur bedingt zu tun, sagt Christoh. 2019 sei er zwischen intensiver Band-Arbeit, Job und Studium auf dem besten Weg zum Burn-out gewesen. Bevor er den Entschluss gefasst habe, solo und als freiberuflicher Produzent zu arbeiten, "standen bei mir viele Fragen an, wie man Veränderung als positive Kraft sehen und auf den Moment vertrauen kann. Damals habe ich auch zu meditieren begonnen." Auf "Heavy Heart" ist neben R&B auch Sprechgesang eine neue Klangfarbe, die stärker hervortritt. "Als Sänger gibt es immer einen Punkt, wo man sich neu herausfordern will. Und Hip-Hop hat mich immer interessiert."

Album: Christoh, "Heavy Heart", erschienen bei Assim Records.
Live: Christoh und Sofie, Salzburg, ARGEkultur, 19. November, 21 Uhr.

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