Musik

Corinne Bailey Rae hauchte Jazzfest Wien den "Soul" ein

Zum Abschluss der Staatsopern-Konzerte hat Corinne Bailey Rae Samstagabend dem diesjährigen Jazzfest Wien den "Soul" eingehaucht. Die schlanke Britin mit der mächtigen Stimme beeindruckte dabei keineswegs allein mit ihrem Chart-Hit "Put Your Records On", sondern vor allem auch mit einem breiten stilistischen Spektrum und souveräner Musikalität.

Stimmungsvoller Abend in der Staatsoper SN/APA/HERBERT PFARRHOFER
Stimmungsvoller Abend in der Staatsoper

Es brauchte nur ganz kurze Zeit, bis die 39-Jährige mit glockenheller Stimme und sympathischer Ausstrahlung die Oper bzw. ihr Publikum im Griff hatte - besser gesagt: in ihren Bann zog. Songs wie "Till It Happens To You" kamen als spannungsvolle Slow-Blues-Stücke daher, das nette "Green Aphrodisiac" animierte zum Mitsingen; Bailey Raes Bob Marley-Lieblingssong "Is This Love" verwandelte sie gemeinsam mit ihrer äußerst kompetenten Band in eine langsame, akzentuierte Soulnummer ganz ohne den notorisch pushenden Reggae-Bass.

Gute Musikerinnen und Musiker erkennt man auch daran, dass sie es wagen, kommerziell Erfolgreiches live stark zu variieren - so war "Put Your Records On" in der Oper ganz weit weg vom leichtfasslichen Radio-Format: weniger Tempo, mehr Soul, mit stark phrasierten Vocals mittendrin - großartig. Und gleich danach folgte schon der nächste Stilwechsel: Das flotte "The Skies Will Break" uferte zum Konzertfinale in eine lange Disconummer aus, zu der Bailey Rae freudig über die Bühne tanzte. Ganz zum Schluss dann zum Runterkommen für Bühne und Publikum das großartige "Like A Star".

Es war die Österreich-Premiere der Britin - und die hat gezeigt, dass sie sich nicht nur auf der Bühne der Staatsoper wohlfühlt. "Wie ist denn die Klimt-Ausstellung?", fragte Corinne Bailey Rae zwischenzeitlich ins Publikum. "Die schau' ich mir morgen an. Ich will ja was von der Stadt sehen." Sympathisch und völlig ohne die Divenhaftigkeit, die manche Soulstars wohl als Schutzschild vor sich her tragen, kam das über die Rampe. Fazit: Einfach (und) gut.

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