Musik

Die Erbin der Jahrhundert-Heroine

Nina Stemme erhält den Birgit-Nilsson-Preis - und eine Million Dollar.

Birgit Nilsson und Nina Stemme 1996. SN/nilsson prize
Birgit Nilsson und Nina Stemme 1996.

Morgen, Donnerstag, jährt sich der Geburtstag von Birgit Nilsson zum 100. Mal. Die Bauerntochter aus Schweden hatte es im Laufe ihrer Karriere zu einer der größten Opernsängerinnen gebracht, und als sie 2005 starb, hinterließ die geschäftstüchtige Jahrhundertsopranistin ein Vermögen. Und Birgit Nilsson stiftete einen Preis, großzügig mit einer Million Dollar dotiert. Der erste Preisträger, den Birgit Nilsson noch selbst bestimmte, war Plácido Domingo, der den Nilsson-Preis 2009 aus den Händen des schwedischen Königs Carl XVI. Gustaf entgegennehmen konnte. 2018 wird der Preis nun zum vierten Mal vergeben, als Vorgabe gilt, an Künstler, also Sänger, Dirigenten oder eine Institution, die außergewöhnliche Verdienste in den Bereichen Oper oder Konzert erworben haben und höchste Aufführungsstandards erreichen. Nach Domingo erhielten der Dirigent Riccardo Muti 2011 und die Wiener Philharmoniker 2014 den Birgit-Nilsson-Preis.

Die Latte liegt also hoch, die sich eine Jury rund um Clemens Hellsberg, Wiener Philharmoniker i. R., und Eva Wagner-Pasquier, ehemalige Co-Chefin der Bayreuther Festspiele, legte. Am Dienstag wurde die Gewinnerin des vierten Nilsson-Preises in Stockholm bekannt gegeben, und man hat fast das Gefühl, dass eine "logische" Wahl getroffen wurde. Nina Stemme erhält am 11. Oktober im Schwedischen Opernhaus aus den Händen des Königs nicht nur die Statuette der Nilsson, sondern auch das Preisgeld in der Höhe von einer Million Dollar überreicht. Eine würdige Preisträgerin, darf man behaupten, wenn man die Karriere der 1963 in Stockholm geborenen Weltklassesopranistin verfolgt hat. Speziell als Wagner-Interpretin darf sie als legitime Nachfolgerin von Birgit Nilsson gelten.

Der Präsident der Birgit-Nilsson-Stiftung, Rutbert Reisch, konnte bei der Pressekonferenz schon das Programm der Gala bekannt geben, welche unter anderem das Royal Opera Orchestra und der Bassbariton Bryn Terfel gestalten werden.

Der 100. Geburtstag von Birgit Nilsson hat neben dem höchstdotierten Preis im klassischen Bereich auch weitere Folgen. Jüngst erschien ein 712 Seiten dickes Buch mit 560 Fotos von Birgit Nilsson, eine CD-Box mit 31 CDs bringt das einzigartige Können der Sängerin in Erinnerung. Und eine Filmdokumentation von Thomas Voigt und Wolfgang Wunderlich (UNITEL) vereint wunderbare Hommagen von Wegbegleitern wie Otto Schenk, Brian Large oder Christa Ludwig. Die eingestreuten, in typisch unverblümter Weise erzählten Erinnerungen von Birgit Nilsson persönlich sind herrlich.

Nina Stemme zeigte sich geehrt über die Zuerkennung des Birgit-Nilsson-Preises: "Das ist eine große Auszeichnung meiner Arbeit und es ist eine noch größere Anerkennung, in meiner Heimat durch eine weltbekannte und anerkannte Institution ausgezeichnet zu werden, die den Namen und das Vermächtnis einer Legende in Ehren hält - meines Idols Birgit Nilsson. Ich nehme den Preis mit höchster Ehrfurcht und in Demut an."

Quelle: SN

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