Musik

Fux-Oper als Spektakel bei styriarte-Eröffnung

Für die Eröffnung hat die styriarte am Freitag so einiges aufgeboten: Rund um die Oper "Julo Ascanio" von Johann Joseph Fux gab es allerlei Unterhaltung im eigens für das Festival errichteten "Glücksgarten" neben der Grazer Helmut-List-Halle. Die Oper selbst bestach vor allem durch ausgezeichnete Sänger, die ebenso wie das Zefiro Barockorchester umsichtig von Alfredo Bernardini geleitet wurden.

Der steirische Komponist Johann Joseph Fux schrieb 18 Opern, die sich aber nur selten auf den Spielplänen finden. Seitens der styriarte wurde angekündigt, in den nächsten Jahren stets eines seiner Bühnenwerke in den Mittelpunkt zu stellen, als Gesamterlebnis inszeniert und unterhaltsam aufbereitet. Da es auch kaum Aufnahmen dieser Opern gibt, ist das Unterfangen der styriarte lobenswert, denn sie verdienen es, dem Vergessen entrissen zu werden.

Den Auftakt bildete das "Fux.Opernfest" mit "Julo Ascanio, Re d'Alba" als musikalischem Mittelpunkt. Bevor es aber zum 1708 entstandenen Einakter rund um die Liebe zwischen dem siegreichen Eroberer und der schönen Emilia, Schwester des besiegten Feindes, ging, wurde schon einiges geboten. Ein putzig-bunt gestalteter Garten mit kleiner Bühne lud zum Flanieren ein, auch eine als Fuchs (haha!) kostümierte Gestalt wurde gesichtet. Es folgte eine mehr oder weniger launige Rede des Komponisten (Christoph Steiner), dann begann die Oper.

Bewusst wurde auf vielschichtige Regie verzichtet, die Sänger wurden hübsch arrangiert und tragen aufwendige, prunkvolle Kostüme. Statt eines Bühnenbildes gibt es Lichtinstallationen von OchoReSotto, die einen gefälligen Rahmen geben, aber nicht wirklich barocken Zauber verbreiten. Auch aufblühende Rosen und schimmernde Stoffdetails von Kostümen nützen sich in der Wiederholung ab.

Höchst erfreulich war das musikalische Niveau, von der feinen, harmonischen Spielweise des Zefiro Barockorchesters, das Alfredo Bernardini wirkungsvolle Glanzlichter ohne aufgesetzte Dramatik zeigen ließ. Altus Kai Wessel wirkte weniger androgyn als einige seine Stimmfachkollegen, er ließ durch den vibratolosen Gesang männliche Entschlossenheit durchblitzen. Arianna Vedittelli zeigte mit durchsetzungsstarkem Sopran, dass sie permanent zwischen Rachegelüsten und Liebe schwankt. Stimmlich großartig auch Monica Piccinini als ihre Mutter, dunkel und markant Mauro Borgioni als Evandro. Valerio Contaldo ergänzte das klangschöne Ensemble.

Die Regie von Wolfgang Atzenhofer beschränkte sich auf das Nötigste, der scheidende Ballettchef der Grazer Oper, Jörg Weinöhl, steuerte einige kecke Tanzschritte bei. Lilli Hartmann gestaltet die üppig-prächtigen die Kostüme ebenso wie den Garten. Dort ging es nach der Aufführung erneut rund, diesmal spielten die fidelen Hirtenfelder - eine Hommage an den Geburtsort des Komponisten. Jutta Panzenböck und ihr Auftritt als Fräulein Austria mit einer Arie von Kaiser Joseph I. stellten den Schlusspunkt dar. Ein Abend, der auch ohne Zerstreuungen vorher und nachher lohnenswert gewesen wäre.

Quelle: APA

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