Musik

Jubiläumssaison im Musikverein zum 150. Jahrestag

Dick ist der Programmwälzer, mit dem der Wiener Musikverein seine Jubiläumssaison 2019/20 feiert - schließlich begeht die Klassikinstitution 2020 150. Jahrestag ihrer Einweihung. So wurde die Zahl der Abokonzerte von 417 auf 435 gesteigert. Und am 6. Jänner 2020 findet das eigentliche Jubiläumskonzert statt, bei dem das Festkonzert zur Eröffnung am 6. Jänner 1870 wiederholt wird.

Musikverein feiert 150. Jubiläum SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Musikverein feiert 150. Jubiläum

Die Wiener Philharmoniker unter Andris Nelsons spielen hierfür mit den Solisten Anne-Sophie Mutter und Piotr Beczala Werke von Beethoven, Haydn, Bach, Mozart und Schubert. Dafür bricht man eigens mit einer eigentlich in Stein gemeißelten Grundregel. "Es gibt das ungeschriebene Gesetz, dass die Wiener Philharmoniker nach dem Neujahrskonzert ein paar Tage Pause haben", bedankte sich Musikvereinsintendant Thomas Angyan bei der Präsentation des Vorhabens am Freitag für den erstmaligen Regelbruch: "Alle 150 Jahre werden die Wiener Philharmoniker diese Tradition unterbrechen."

Insgesamt spielen die Philharmoniker "eine noch nie da gewesene Anzahl von 16 Konzerte für die Gesellschaft der Musikfreunde", freute sich Angyan, dessen 32. Saison auch gleichzeitig seine letzte am Haus sein wird. Die Kollegen Symphoniker bringen es auf 29 Konzerte, wobei deren scheidender Chefdirigent Philippe Jordan in seiner letzten Saison unter anderem am 25. Juni das Eröffnungs- und am 13. Juni 2020 auch das Schlusskonzert im Haus gestalten wird - wobei letzterer Termin auch sein letztes Wiener Dirigat am Pult der Symphoniker darstellt.

Daneben wird es 36 Konzerte mit 20 unterschiedlichen Gastorchestern geben - darunter die Chicago Symphony, Franz Welser-Mösts Cleveland Orchestra oder Manfred Honecks Pittsburgh Symphony, die Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko oder das Leipziger Gewandhausorchester unter Andris Nelsons. "Es war mir wichtig, Künstler, die dem Haus verbunden sind, einzuladen", unterstrich Angyan.

Aber auch auf das Neue legt man einen Fokus, wenn man 32 Werke von 27 Komponisten uraufführt. Unter den Tonsetzern der Auftragswerke finden sich klingende Namen wie Lera Auerbach, Friedrich Cerha oder Johanna Doderer. Und zum 85. Geburtstag von Kurt Schwertsik ist am 28. Mai ein Konzert geplant, das ebenfalls Uraufführungen beinhaltet. Auf der anderen Seite des Altersspektrums - zumindest was die Zuhörer betrifft - finden sich die 235 Veranstaltungen für 55.000 Kinder und Jugendliche, die in der Jubiläumssaison vorgesehen sind.

Ansonsten hat etwa Junggeiger Emmanuel Tjeknavorian einen eigenen Zyklus und damit als Artist in Residence eine Carte blanche, während Stammgast Rudolf Buchbinder die fünf Beethoven-Klavierkonzerte mit verschiedenen Toporchestern spielen wird - passend zum Beethoven-Jahr 2020, das den 250. Geburtstag des Komponisten feiert. "Und Daniel Barenboim wird mit Sicherheit zum letzten Mal die gesamten Beethoven-Sonaten in Wien spielen", kündigte Angyan an.

Ein weiterer Grund für die gewachsenen Ausmaße der Saisonvorschau ist neben den gesteigerten Abokonzerten auch die Integration der Vorhaben in den vier Neuen Sälen, die am 20. März vor 15 Jahren eröffnet wurden. "Ich würde das als Evolution bezeichnen", stellte Angyan revolutionäre Tendenzen in Abrede. Die Zahl der Zyklen, die mehrere Säle bespielen, solle jedoch verstärkt werden: "Wir wollen hier zunehmend durchmischen."

Anders als beim Programm zugeknöpft zeigte sich Angyan hingegen bei der Frage, wann sein Nachfolger - die Gesellschaft der Musikfreunde hatte Ende Februar bekanntgegeben, mit dem Intendanten der Alten Oper Frankfurt, Stephan Pauly, "Verhandlungen" zu führen - denn nun präsentiert wird. "Es wird in sehr absehbarer Zeit ein Pressegespräch mit der nachfolgenden Intendanz geben", stellte Angyan allerdings in Aussicht.

Quelle: APA

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