Musik

Klassische Linzer Klangwolke mit Bruckner-Doppelpack

Mit der "Klassischen Klangwolke" beim Linzer Brucknerfest wurde am Samstag die heurige Gesamtaufführung aller Sinfonien von Anton Bruckner bei diesem Festival abgeschlossen. Zum ersten Mal in der 45-jährigen Geschichte des Linzer Brucknerfestes kam es nun heuer zum Zyklus aller nummerierten Bruckner-Sinfonien.

Je drei Sinfonien spielten in den vergangenen Wochen die Münchner Philharmoniker unter Valerij Gergiev und das Bruckner Orchester Linz unter Markus Poschner - darunter auch die abschließende "Klangwolke" im Großen Saal des Brucknerhauses. Die ursprüngliche Open-Air-Veranstaltung, wofür es eine Konzert-Übertragung aus dem Großen Saal des Linzer Brucknerhauses in den umliegenden Donaupark gegeben hat, gibt es nicht mehr. Seit einigen Jahren findet die "Klassische Klangwolke" als nahezu Gratis-Konzert nur noch im Haus statt.

Üblicherweise wird eine der rund einstündigen Bruckner-Sinfonien mit einem kurzen klassischen Werk oder auch dem eines Zeitgenossen kombiniert. Für die heurige Linzer Klassik-Klangwolke wurden die beiden noch für die Gesamtaufführung fehlenden Bruckner-Sinfonien gespielt: die Dritte und die unvollendete Neunte. Beide verbindet die sich über mehrere Jahre erstreckende Entstehung. Seine 3. Sinfonie d-moll hat Bruckner selbst mehrmals überarbeitet. Die letzte Fassung aus dem Jahr 1889 stand auch auf dem Programm der heurigen "Klangwolke" im Brucknerhaus.

In ihr zeigt sich Bruckners Stil bereits voll ausgereift - beginnend mit dem markanten Bläsermotiv zum Auftakt, über das leidenschaftliche Adagio des zweiten Satzes, die "wilde Jagd" im Scherzo mit der für Bruckner typischen Ländlermelodie im Trio, bis zum Finale in dem noch einmal alle Themen des Werks wiederkehren. Markus Poschner leitete sein Bruckner Orchester energisch und doch auch sensibel durch das Werk. Seine mitreißende Dirigierweise beflügelte seine Musikerinnen und Musiker auch bei der "Neunten" zu einer bewegenden Interpretation. Sie steigerte sich nach dem stampfenden Scherzo zum allmählich verklingenden Adagio, dem der Dirigent noch einige Sekunden absoluter Stille im Saal abverlangen konnte. Der große und dennoch homogene Streichersektor, die delikat musizierenden Holzbläser, das effektvolle und strahlende "Blech", begleitet vom virtuosen Pauker - sie alle wurden mit dem Dirigenten vom gebannt zuhörenden Publikum schlussendlich bejubelt.

Poschner unterbrach schließlich den Beifall um vor dem vollen Saal und dem kompletten Bruckner Orchester eines der prominentesten Mitglieder zu würdigen und in die Pension zu verabschieden: Solocellist Bernhard Walchshofer. Er beendete mit Bruckners "Neunter" nach 44 Jahren seinen Dienst im Orchester. Der Chefdirigent bezeichnete es für sich als große Ehre mit Walchshofer musizieren zu dürfen. Umarmungen und Geschenke für den allseits geschätzten und vielseitigen Musiker und Standig Ovations für ihn.

Quelle: APA

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