Musik

"Kunst und Kultur, die wir gemeinsam erleben können, sind keine verzichtbaren Nebensachen"

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hielt beim Europakonzert der Berliner Philharmoniker eine Ansprache.

 SN/APA (dpa/Archiv)/BERND VON JUTRC

"Es ist eine seltsame Atmosphäre. Hier, in diesem wunderbaren Bau, den die ganze Welt kennt und den alle Musikfreunde lieben; hier, wo sonst so viele Gäste von überallher zusammenkommen, hier ist es mucksmäuschenstill", sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seinem Grußwort vor dem Europakonzert der Berliner Philharmoniker, das ohne Publikum stattfand und live in Fernsehen und Internet übertragen wurde.

"Kunst und Kultur, die wir gemeinsam erleben können, sind keine verzichtbaren Nebensachen", sagte der Bundespräsident. "Gerade in diesen Tagen erfahren wir: Kunst und Kultur sind, in einem sehr buchstäblichen Sinn, Lebensmittel." Es sei "eine seltsame Atmosphäre" ohne Hörerinnen und Hörer in der Berliner Philharmonie. Zwar möge dies ein besonders reiner Musikgenuss sein, aber "wir möchten doch einmal wieder in einem großen Publikum sitzen".

Allerdings stünden die Musiker unter Leitung des Dirigenten Kirill Petrenko nicht nur für sich selber. Er denke dabei "auch an die vielen freischaffenden Künstlerinnen und Künstler, ja das gesamte Kulturleben, das von der Krise noch einmal besonders betroffen ist". Viele Existenzen seien durch die Corona-Pandemie bedroht. "Ich hoffe sehr, dass die Hilfe, die gegeben wird, dort ankommt, wo sie gebraucht wird", betonte Steinmeier.

Das Konzert der Berliner Philharmoniker hätte anlässlich eines Staatsbesuchs Steinmeiers in Tel Aviv stattfinden sollen. Dieser wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt, ebenso wie auch die Tournee der Musiker. Um alle Abstandsregeln einhalten zu können, spielte in der Philharmonie ein verkleinertes Ensemble.

Quelle: SN, Apa, Afp

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