Musik

Lokale Vielfalt und große Welt im Rockhouse: Karibik mit Salzburger Herz

Kümmern ums Lokale, den Blick in die weite Welt: Das Rockhouse Salzburg hält sich konsequent an sein Credo.

Der Sound stammt ursprünglich aus der Karibik. Der Mann am Mikrofon, Solo Banton, wird aus London einfliegen. Die Band, die ihn begleiten wird, heißt Moby Stick und stammt aus Salzburg. Das neue Album von Solo Banton, seit Jahren eine Größe der englischen Dancehall-Szene, eignen sich Moby Stick derzeit an für das Konzert zur Albumveröffentlichung. Solo Banton kommt im Oktober zwei Tage vor dem Auftritt nach Salzburg für letzte gemeinsame Proben. Internationaler Sound - roher Reggae und Dancehall - mit lokaler Begleitung: Im Rahmen der Reihe "Club 101" macht diese Kooperation lebendig, was Rockhouse-Programmchef Wolf Arrer als ein Credo für das Haus ausgibt: "Versorgung der Region mit Musik. Aber diese Regionalität darf nicht mit Provinzialität verwechselt werden", sagt Arrer.

Es ist ein Zusammentreffen, das einem Zufall entspringt. Moby-Stick-Sänger Raphael Schwarzacher war für ein Studiensemester in London. Er knüpfte Kontakte in eine Szene, deren Sound Moby Stick seit einigen Jahren auslotet: Roots, Reggae, Dub, Ska und Rocksteady. Ihre ersten Schritte machte die Band im Jazzit und im Rockhouse.

Man kümmere sich im Rockhouse um die lokale Szene - ja in der Rockhouse Academy sogar um den jugendlichen Nachwuchs, sagt Wolfgang Descho, Rockhouse-Geschäftsführer. Gleichzeitig hole man interessante internationale Acts. "Diese Kombination ist befruchtend", sagt Arrer über ein Konzept, das im Rockhouse seit dem Beginn vor 26 Jahren praktiziert wird. Was den überregionalen Erfolg lokaler Bands betrifft, so bewege sich "die Szene wellenförmig", sagt Sebastian König vom Rockhouse.

Vor ein paar Jahren tauchten innerhalb kurzer Zeit einige Bands auf, die es von der Stadt aus - meist über das Rockhouse - zu mindestens nationaler Aufmerksamkeit schafften. Darunter waren das Duo Mynth, das in der Kategorie "Electronic/Dance" vor zwei Jahren den Amadeus Music Award bekam, oder auch Julian Nantes, Please Madame sowie die Song-Contest-Teilnehmer The Makemakes. Die meisten dieser Bands sind mittlerweile in Wien daheim. "Das ewige Salzburg-Schicksal von Künstlern", sagt Arrer schmunzelnd. "Wir haben hier nicht die starke Position, dass wir Trends kreieren könnten", sagt er. Umso genauer schaue man sich an, was sich "aktuell tut". Deshalb wurden für diesen Herbst unter anderem Cassia aus England engagiert. Fröhlichen Indie-Pop mit karibischen Einflüssen bieten die in dieser Woche am Mittwoch zum Auftakt eines dichten Herbstprogramms. Einen Tag später kommt Dan Mangan, angesagter kanadischer Songwriter klassischer Manier, und am Tag danach kommt Edwyn Collins, der mit dem Song "A Girl Like You" einst einen Riesenhit hatte, vor allem aber mit der Post-Punk-Band Orange Juice Popgeschichte schrieb. "Vielfalt und Qualität", sagt Arrer. Dazu passt auch, dass auch ewige Helden des Rockhouse wieder in Salzburg sind: Element of Crime gaben in Salzburg schon 1987 ihr erstes Konzert, damals im Stadtkino, weil es noch kein Rockhouse gab, heuer in der Szene, weil mehr Leute kommen, als ins Rockhouse passen. Rockhouse-Geschäftsführer Wolfgang Descho war schon 1987 als Veranstalter dabei. "Auf eine solche Treue bei Bands sind wir schon ein bisserl stolz", sagt er.

Programminfos und Tickets: www.rockhouse.at

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