Musik

Philharmonie: Covid-19 eröffnet Salzburger Musikern neue Spielstätte

Die Philharmonie Salzburg wandert ab Herbst eine Spielzeit lang in das Kongresshaus und legt ein detailliertes Sicherheitskonzept vor.

Elisabeth Fuchs freut sich auf das Kongresshaus.  SN/philharmonie salzburg/erika mayer
Elisabeth Fuchs freut sich auf das Kongresshaus.

"Es war eine unglaublich schwere Zeit für Musiker, um Geld zu verdienen", sagt Elisabeth Fuchs über die Zeit nach dem Lockdown. Dennoch gelang es der Dirigentin mit Wagemut und Ideenreichtum, "ihrer" Philharmonie Salzburg zu einer Vielzahl an Auftrittsmöglichkeiten zu verhelfen: 76 Kammerkonzerte in Bad Hofgastein, das landesweit erste Konzert in symphonischer Besetzung im Juli beim Autokino am Flughafen und Gastspiele in Radstadt und St. Johann.

Die kommende Saison wird nicht minder herausfordernd, die Philharmonie Salzburg erspart sich und ihren Abonnenten jedoch eine Flut an Absagen. Eine Kooperation mit dem Tourismusverband Salzburg ermöglicht die lückenlose Rückkehr in den Konzertalltag: Die 24 Familienkonzerte der Kinderfestspiele und acht Abendkonzerte in der Spielzeit 2020/21 finden im Kongresshaus Salzburg statt. Gestartet wird am 7. Oktober mit Mendelssohns "Italienischer", weiters stehen Schumann- und Brahms-Programme sowie eine Filmmusiknacht im Gedenken an Ennio Morricone auf dem Programm.

"Wir können dank Schachbrettbestuhlung 668 der insgesamt 1344 Plätze besetzen", sagt Geschäftsführerin Manuela Reichert. Das entspreche nahezu der Anzahl an Sitzplätzen im Großen Saal des Mozarteums, der ursprünglichen Spielstätte. "Der Spielbetrieb ist damit gesichert", sagt Elisabeth Fuchs. Der Tourismusverband als Betreiber des Kongresshauses habe freie Kapazitäten durch die coronabedingte Absage großer Kongresse und Veranstaltungen, sagt Geschäftsführer Bert Brugger.

Um die Saison gut über die Bühne zu bringen, präsentierte das Orchester ein Sicherheitskonzept. Sämtliche Konzerte finden ohne Pause statt, Besucher müssen auf dem Weg zum Sitzplatz Maske tragen. Auch die Musiker auf der Bühne müssen Sicherheitsabstand einhalten, für die Bläser werden Plexiglaswände eingerichtet. "Wir halten alle Richtlinien der Bundesregierung ein", betont Manuela Reichert.

Zudem veranstaltet das Orchester drei Konzerte im Großen Festspielhaus, das dank "dynamischer" Bestuhlung für bis zu 1400 Besucher Platz bietet: Am 22. Oktober dirigiert Elisabeth Fuchs Beethovens Neunte mit 300 Chorsängern aus 50 Nationen, am 2. Jänner stemmt die Philharmonie Salzburg erstmals ein Neujahrskonzert als Eigenveranstaltung. Am 15. April spielen Quadro Nuevo mit der Philharmonie Salzburg im Großen Festspielhaus. "Für dieses Konzert haben wir bereits jetzt 1600 Karten verkauft, also mehr als die mit dynamischer Bestuhlung zugelassenen 1400 Besucher. Wir planen daher einen zweiten Termin", sagt Elisabeth Fuchs.

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