Kultur

Osterfestival Tirol 2017 im Zeichen der Krisen der Gegenwart

Die Veränderungen und Krisen der Gegenwart haben das Motto und die Programmgestaltung des diesjährigen "Osterfestival Tirol" beeinflusst. Man wolle Verhetzung, Misstrauen und Gleichgültigkeit entgegentreten, so die Veranstalter. Zu diesem Zweck werden vom 31. März bis 16. April österreichische Erstaufführungen, Eigenproduktionen, Zeitgenössisches und selten zu Hörendes auf die Bühne gebracht.

Eröffnet wird das diesjährige Osterfestival in Innsbruck und Hall, das unter dem Motto "auf.Bruch" steht, am 30. und 31. März mit "Roman Photo", für das der Choreograf Boris Charmatz mit Laientänzern aus Tirol zusammengearbeitet hat. Das Projekt ist eine Hommage an den legendären Choreografen Merce Cunningham und eine Eigenproduktion des Osterfestivals.

Neben der Einbindung von Laien in den künstlerischen Prozess bei der Entstehung des Eröffnungsstückes wird am 13. April bei "in vain" von Georg Friedrich Haas mit für die Rezeption maßgebenden Komponenten wie Licht und Dunkelheit gespielt. Es gehe bei Haas oft um die Frage wie sich das Hören verändere, wenn dieses in kompletter Dunkelheit stattfinde, erklärte Hannah Crepaz, die künstlerische Leiterin des Osterfestivals im Gespräch mit der APA. Bei "in vain" arbeitet Haas beispielsweise im Gegensatz zu seiner Komposition "In iij. Noct." mit der Intensität des Lichts.

Nicht nur die ansonsten weitestgehend übliche Aufführungs- und Erarbeitungssituation eines Stückes oder die vertrauten Rezeptionsweisen werden heuer infrage gestellt. Im Theaterstück "Hearing/Anhörung" von Amir Reza Koohestani am 15. April wird die Lebensrealität im Iran gezeigt. "'Hearing' setzt sich damit auseinander, wie sich Menschen in Gesellschaften verändern, wenn sie ständig unter Beobachtung stehen und ständig zensuriert werden", führte Crepaz aus.

Ebenso wie die Konfrontation mit repressiven Gesellschaften sollen in diesem Jahr die zwei selten zu hörenden Passionen von Georg Philipp Telemann und Alessandro Scarlatti am Passionssonntag (2. April) und am Karfreitag (14. April) berühren.

Insgesamt werde bei den Stücken des Festivals nicht mit dem "Holzhammer" gearbeitet. Aber "Film, Performance und Tanz setzen sich mit dem Jetzt auseinander und kritische Statements sind wichtig und können etwas bewirken", war sich Crepaz sicher.

Quelle: APA

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