Kultur

Prothesenkunst in der Akademie der bildenden Künste

Der Mensch, der mittels Technik über sich hinauswächst und jener, der kritische Rückschau auf die Vergangenheit hält: Im xhibit und der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste richtet man mit der neuen Ausstellung "Pro(s)thesis & Posthuman Complicities" ab Freitag den Blick auf die Dinge, die vom gewohnten Körperbild abweichen.

Unter der Überschrift "Pro(s)thesis" versammeln sich Arbeiten von Künstlerinnen wie Mari Katayama oder Barbis Ruder, in denen die Prothese nicht als Notnagel und Hilfsmittel, sondern als Erweiterung der menschlichen Fähig- und Möglichkeiten gesehen wird. Mal poetisch, mal humorvoll werden die Fragen des Körperbildes in Zeiten postfeministischer Diskurse abgehandelt, die vermeintliche technische Perfektion gegen den verletzlichen, scheinbar fehlbaren Körper gesetzt. These, Antithese, Prothese quasi.

Im zweiten Teil der Schau werden unter dem Titel "Posthuman Complicities" Arbeiten versammelt, die das Fließende, den Ozean als Symbol für postkoloniale Geschichtsschreibung heranziehen. Das Massaker auf dem Sklavenschiff Zong 1781, bei dem 150 Sklaven getötet wurden, steht im Zentrum, mit dem sich etwa die Dichterin M. NourbeSe Philip und The Otolith Group beschäftigen. Die nicht-diskriminierende Geschichtsschreibung, die Geschichte der Anderen erhält ihren Raum, in dem Stefanie Schwarzwimmer mit fließenden Arbeiten die Konstruktion von Grenzen und Messeinheiten durch Kartenmaterial oder Vilte Braziunaites und Tomas Sinkevicius mit einer rotierenden Pistole die Position des Betrachters hinterfragen.

"Pro(s)Thesis & Posthuman Complicities" in der Akademie der bildenden Künste, Schillerplatz 3, 1010 Wien von 10. März bis 14. Mai. www.akbild.ac.at

Quelle: APA

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