Kultur

Rekordzahl an Toten: 2016 als das Jahr des 1000. "Tatorts"

2016 war für den "Tatort" ein Rekordjahr: mit 162 Leichen in 37 Filmen, so die Fanseite "Tatort-Fundus". Die Experten sagen auch, dass von den derzeitigen Top 5 der leichenreichsten Filme zwei in diesem Jahr gezeigt wurden: zum einen die Stuttgarter Folge "Im gelobten Land" mit 26 Leichen, sowie der Bremer Krimi "Der hundertste Affe" mit 21 Leichen. Heuer lief die 1.000 Folge der Krimireihe.

Tatort-Experter Francois Werner führt genau Buch.  SN/APA (dpa)/Uwe Anspach
Tatort-Experter Francois Werner führt genau Buch.

Den bisherigen Leichenrekord hielt 2014 mit 150 Leichen in 36 Filmen, während es im Vorjahr "nur" 111 Tote in 40 Krimis waren. Für die Statistik zählt das "Tatort-Fundus"-Team nur sogenannte relevante Tote und meint damit jene, die während der Handlung sterben und die nicht in Rückblenden noch mal gezeigt werden. Irrelevant sind auch jene Toten, die in der Geschichte nur erwähnt werden und früher starben.

Besonderheiten des Jahres 2016: Das Münchner Team Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) feierte sein 25. Jubiläum im April mit der Folge "Mia san jetz da wo's weh tut". Im November verwirrte wieder Ulrich Tukur als Felix Murot - in "Es lebe der Tod" hatte er es mit einem Serienmörder zu tun, der auch ihm als Ermittler ans Leben wollte.

Gelungene Krimis gab es auch aus Wien, Dortmund oder Frankfurt, wo beispielsweise im April "Die Geschichte vom bösen Friederich" mit dem grandios-fiesen Burgschauspieler Nicholas Ofczarek Eindruck hinterließ. Zeitgeistnah gaben sich der Frankfurter Fall "Wendehammer" im Dezember über Big-Data-Machenschaften, während im September das Austroteam rund um Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) in "Die Kunst des Krieges" im Strizi-Milieu ermittelte.

Der Berliner "Tatort" mit Meret Becker und Mark Waschke kam im Dezember zumindest mit seiner Krimi-im-Krimi-Reihe um die Vergangenheit des Kommissars Robert Karow zu einem Ende. In der Hauptstadt könnte es ab 2017 also mehr normale Kriminalfälle geben. Im Juni machte "Wir - Ihr - Sie" den von Waschke verkörperten Ermittler darüber hinaus noch zum sexuell wohl freizügigsten und wohl auch einzigen schwulen Ermittler der Reihe, indem er ihn sehr intim mit einem anderen Mann zeigte.

Im 1000. "Tatort" Mitte November nahm ein Ex-Soldat zwei bekannte Ermittler der Reihe - Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Klaus Borowski (Axel Milberg) - als Geiseln in einem "Taxi nach Leipzig". Der Film hieß damit genauso wie einst der erste Fall im Jahr 1970. Der Darsteller des Taxifahrers war übrigens der Schauspieler Florian Bartholomäi, der laut "Tatort-Fundus" der häufigste "Tatort"-Mörder ist. Schon zwölfmal spielte er mit, sechsmal war er der Täter, sieben Tote gehen auf sein Konto.

Zum Jahreswechsel 2016/17 sind 21 "Tatort"-Teams aktiv. Nach drei Neustarts 2015 (Berlin, Frankfurt und Franken) gab es 2016 nur zwei Neustarts - in Dresden sowie mit Heike Makatsch in Freiburg. Der NDR-Ermittler Thorsten Falke - also Wotan Wilke Möhring - hat außerdem seit dem Fall "Zorn Gottes" im März jetzt die österreichische Schauspielerin Franziska Weisz an seiner Seite statt zuvor sechsmal Petra Schmidt-Schaller.

In Freiburg startet 2017 das neue Schwarzwald-Team, bestehend aus den Schauspielern Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner, die einen von Entertainer Harald Schmidt dargestellten Chef haben sollen. Sie lösen den Bodensee-Krimi ab, der 2016 nach 14 Jahren endete.

Als ein Höhepunkt des kommenden Jahres dürfte bereits jetzt wohl im Februar der Ludwigshafen-"Tatort" mit dem Titel "Babbeldasch" gelten. Darin agieren Ulrike Folkerts als Kommissarin Lena Odenthal und ihre Schauspielkollegen unter der Regie von Axel Ranisch ("Dicke Mädchen", "Ich fühl mich Disco") ohne festes Drehbuch. Aus Wien steht in der Planung für 2017 etwa der 40. Tatort des Wiener Kommissars Moritz Eisner, der sich mit seiner Partnerin Bibi Fellner in "Wehrlos" mit Mobbing und Psychoterror auseinandersetzen muss.

Quelle: Apa/Dpa

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