Salzburgs Neujahr war erst vorgestern

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Kunst & Kultur in Österreich und auf der ganzen Welt Hedwig Kainberger

Das gregorianische Kalenderjahr hat am 1. Jänner begonnen. Das Kirchenjahr hatte am 1. Adventsonntag seinen Anfang. Aber in der Salzburger Zeitrechnung war Neujahr eigentlich am Freitag. Da war Mozarts Geburtstag. Erst mit dessen Würdigung und der Pflege von Mozarts Erbe setzte der Weg aus jener Tristesse ein, die der Schriftsteller Franz Sartori 1807 so beschrieben hatte: "In Salzburg möchte ich nicht leben, wenn man mich auch zum Bischof machte." Denn "man lebt hier, wie in Schneckenhäusern". Salzburg steige "von Stufe zu Stufe von seiner Celebrität herab, auf der es (wohl auch mitunter unverdient) gestanden hatte".

Aufs Neue würdigt nun Salzburg dank der Stiftung Mozarteum den Geburtstag Mozarts mit einem Festspiel. Im Reichtum an Veranstaltungen wird die Kostbarkeit der nach 61 Jahren selbstverständlich erscheinenden Mozartwoche oft übersehen. Doch ist sie Beispiel, wie nicht bloß mit Slogans Erfolge ausgeschlachtet werden, wie nicht nach massentourismustauglichen Angeboten geschielt wird, sondern wie lustvoll, ernsthaft und mit angemessenem Aufwand, mit Wiener Philharmonikern und Salzburger Orchestern, mit vorzüglichen Künstlern und klugen Ideen Mozarts Erbe wirtschaftlich wie geistig ertragreich bleibt.

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